Die Spargelbauern sind im Endspurt auf die erste Ernte des Jahres. Viel Sonne und das milde Wetter tragen dazu bei, dass das edle Gemüse früher schießt als gewöhnlich. Während die Beelitzer Bauern den ersten Spargel für Ende März angekündigt haben, soll er im Südwesten Deutschlands sogar schon ab Mitte des Monats angeboten werden. Was der Spargel im Osten und Westen kosten soll.
Erste Spargelstangen ab Mitte März
Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer in Bruchsal ist optimistisch: Mit den ersten Spargelstangen ist bereits Mitte März zu rechnen. Nennenswerte Erntemengen wird es nach diesen Angaben vom 20. März an geben. Auch im Nordwesten Deutschlands, also in Niedersachsen, soll zu diesem Zeitpunkt der erste Spargel verkaufsbereit sein, heißt es.
Die Spargelbauern in Brandenburg stehen ebenfalls in den Startlöchern, wie der KURIER bereits berichtete. Wenn das Wetter mitspielt, sollen hier ab Ende März die ersten Stangen gestochen und verkauft werden. „Jeder Sonnentag ist ein gewonnener Tag“, sagte Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins.
Die Spargelpflanzen sind gut durch den Winter gekommen. Der trockene Herbst und die eisigen Tage hätten den Stangen viel Energie gegeben, heißt es beim Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer.
„Mit dem gefühlten Sprung vom Winter in den Sommer treiben die Spargelstangen nun üppig aus“, so Anbauberater Ludger Aldenhoff. Durch die schnelle Erwärmung der Spargeldämme rechnet er mit einem „Turbostart“. Und wenn es losgeht, dann richtig: „Zu Ostern erwarten wir ausreichend Spargel für alle.“
Spargelpreise: Im Westen wird es teuer
Aber die wichtigste Frage ist natürlich: Wie teuer wird der erste frische Spargel? Und da unterscheiden sich die Preise in Ost und West. Im Südwesten heißt es, dass Bruch- und Suppenspargel schon für unter 10 Euro je Kilo angebieten werden wird. Sogenannter Sonntagsspargel in allerbester Qualität wird allerdings viel teuer, soll aber nicht mehr als 20 Euro pro Kilogramm kosten.

Beelitz kündigt etwas moderatere Preise an. Zu Ostern in der ersten Aprilwoche werde es das Kilo Spargel für 12 bis 15 Euro geben, erklärte Bauer Jürgen Jakobs. Danach wird der Preis fallen, sodass das Gemüse in der Hauptsaison schon ab 8 Euro im Handel zu bekommen sei.
In Klaistow: Start in die Saison mit Spargelkönigin
In 14 Tagen starten Beelitzer Spargelhöfe wie Winkelsmanns Spargelhof Klaistow (21. März) und die Jakobs-Höfe Beelitz (20. März) in die neue Saison. Die offizielle „Eröffnung der Klaistower Spargelsaison“ wird am 12. April gefeiert – gemeinsam mit der neuen Beelitzer Spargelkönigin und den Beelitzer Spargelfrauen.
Im vergangenen Jahr gab es rund 1350 Spargelbetriebe in Deutschland. Sie bauten das Gemüse auf gut 19.200 Hektar an. Bundesweit wurden 2025 fast 105.000 Tonnen Spargel geerntet – weniger als in den Vorjahren. In Brandenburg wächst das Gemüse laut Amt für Statistik auf einer Fläche von rund 3400 Hektar. Hier sank die Erntemenge um 1500 Tonnen auf 18.700 Tonnen.
Wie wirkt sich die Nachfrage auf die Spargelpreise während der Saison aus?
Wichtig für alle Schnäppchenjäger: Die Nachfrage beeinflusst die Spargelpreise während der Saison spürbar, jedoch stets im Zusammenspiel mit dem verfügbaren Angebot. Zu Beginn der Saison ist das Angebot noch gering, während die Nachfrage sofort anzieht, weshalb die Preise häufig über dem Vorjahresniveau liegen, wie Berichte zur Saison 2025 zeigen.

Mit zunehmender Erntemenge sinken die Preise üblicherweise im Verlauf der Hauptsaison, da das Angebot steigt, während die Nachfrage weitgehend konstant bleibt. Dieses Muster wurde beispielsweise 2025 in mehreren Regionen beobachtet, wo die Preise zur Hochphase der Ernte allmählich fielen.
Bleiben Nachfrage und Angebot dagegen gut ausbalanciert, stabilisieren sich die Preise – selbst dann, wenn Produktionskosten steigen. Das zeigte sich 2025: Trotz höherer Kosten blieben die Verbraucherpreise über weite Strecken konstant, weil eine Überproduktion ausblieb und die Nachfrage stabil blieb.




