Einbahnstraßen, Poller, Schulzonen und Fußgängerzonen. In den vergangenen Jahren wurde in Friedrichshain‑Kreuzberg so ziemlich jede verkehrspolitische Stellschraube gedreht, um den Verkehr zu beruhigen beziehungsweise das Auto aus den Kiezen zu vertreiben. Da kann man als Bezirk schon einmal den Überblick verlieren.
Weserstraße teilt sich in zwei Einbahnstraßen
Wer sich in Friedrichshain in der Jessnerstraße Richtung Weserstraße bewegt, landet an einem Punkt, an dem die Einbahnstraße einmal nach links und einmal nach rechts zeigt. Die Einfahrt nach links ist allerdings gar nicht möglich. Dort steht das runde, rote sogenannte Verbotsschild 250, das unmissverständlich klarstellt: Rein darf hier niemand. Jedenfalls niemand mit Motor.
Dazu gesellt sich ein Sackgassenschild, ergänzt um den Hinweis: „Für LKW keine Wendemöglichkeit.“ Klingt eindeutig. Ist es aber nicht. Denn die Weserstraße ist in Richtung Gürtelstraße keineswegs eine Sackgasse. Die Durchfahrt ist möglich.

Nun wird es ganz verrückt. Denn von der anderen Seite, also von der Gürtelstraße, ist die Einfahrt in die Weserstraße ebenfalls nicht erlaubt. Kurz gesagt: Die Weserstraße ist von beiden Seiten auf Höhe des Sportplatzes nicht befahrbar. Offiziell.
In dem Abschnitt der Weserstraße parken 68 Autos
Denn es hält sich niemand daran. Beim Besuch des KURIER parken in dem Abschnitt knapp 60 Fahrzeuge. Sie alle dürften dort streng genommen gar nicht stehen, weil die Einfahrt in beide Richtungen verboten ist (Fahrräder dürfen passieren).
Und auch das wird nicht immer so genau genommen. Autos fahren munter von beiden Seiten ein. Wenig überraschend, denn auf dem rund 300 Meter langen Abschnitt befinden sich gleich drei Garagenzufahrten. Irgendwer muss ja raus und rein. Der Parkscheinautomat in der Straße funktioniert übrigens tadellos. Happige vier Euro kostet die Stunde.





