Sie sollen Freude bereiten und Nachhaltigkeit fördern. Doch in ihrem aktuellen Zustand ist sie eher ein Ärgernis: die Tauschbox in der Jessnerstraße in Friedrichshain. Der KURIER schaute vorbei und fand das Tauschregal und das Parklet in einem schlechten Zustand vor.
Die Tauschbox wirkt wie eine Müllkippe
Es wirkt mehr wie eine Müllkippe als wie ein Second-Hand-Basar. Ein kaputter Drucker liegt dort, ebenso Kleidung, die in Müllsäcken abgeladen wurde. Doch an den Umständen wird sich vorerst nichts ändern.
Das Straßen- und Grünflächenamt lässt das Tauschregal offenbar weiter vermüllen und schreibt auf Anfrage: „Seit ca. Herbst 2023 ist die Freebox/Tauschregal in der Jessnerstraße 41 dem Bezirksamt bekannt. Seit dieser Zeit wird dieser Ort von verschiedenen Ämtern beobachtet. Da keine gravierende Beschwerdelage bzgl. erhöhten Müllaufkommens o. Ä. vorlag, keine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit zu beobachten ist und der Bezirk grundsätzlich den Gedanken der Nachhaltigkeit bzgl. Weiterverwendung nicht mehr genutzter Dinge sowie den sozialgesellschaftlichen Aspekt im Sinne eines Gebens und Nehmens in nachbarschaftlicher Hinsicht als gut erachtet, ist eine Räumung aktuell nicht vorgesehen.“

Mancher Anwohner sieht das offenbar anders. Auf einer Sitzbank liegen ein Schal und ein Paar schwarze Stiefel. Daneben hat jemand zwei Zettel angebracht: „Hier NIX ablegen!! Entsorgt euren Scheiß selber!“ Daran hält sich offensichtlich nicht jeder.

Zwischendurch soll an der Tauschbox ein Zettel angebracht worden sein, der von der Einstellung der Box zum 14. November 2025 berichtete. Zu sehen ist er aber nicht mehr.

Eigentlich ist die Idee einer sogenannten Freebox gut: Ob Schuhe, Kleidung oder Bücher – was für die einen überflüssig ist, kann für andere wertvoll sein.

Gerade für Menschen, die nicht alles neu kaufen möchten, kann eine solche Box eine sinnvolle Alternative sein. Und: Tauschbox und Parklets können auch ein Treffpunkt für Nachbarn sein. Doch in diesem Zustand wie in der Jessnerstraße möchte sicher niemand länger dort verweilen als unbedingt nötig …


