Im kommenden Jahr soll Berlin um eine Attraktion reicher sein. Der frühere DDR Vergnügungspark im Plänterwald soll als „Spreepark“ in neuem Glanz strahlen. Über eine halbe Million Besucher werden jährlich erwartet. Doch sie sollen ohne eigene Autos anreisen. Wie soll das gehen?
Plänterwald vor Herausforderungen
Ach, wie freuen sich die Berliner und ihre Gäste, wenn die einstigen Ikonen Riesenrad und Englisches Dorf im Plänterwald wieder lebendig sind. Doch wenn Besucher in Scharen zum Park pilgern, stellt das den Kiez vor gewaltige Herausforderungen.
Darüber, wie der Verkehr im Südosten rund um den Plänterwald geregelt werden soll, gibt eine Senats-Antwort auf eine Anfrage der Abgeordneten Lisa Knack (CDU) Auskunft.
Der Senat bezieht sich darin laut Morgenpost auf ein Fachgutachten, das zur Analyse der verkehrlichen Anbindung des Spreeparks erstellt wurde. Der Hammer: jährlich werden 600.000 Besucher im Spreepark prognostiziert.
Mit den Öffentlichen in den Spreepark
Sie alle sollen am liebsten mit den Öffis kommen, hofft der Senat. Doch der S-Bahnhof Plänterwald ist weit entfernt. Zu Fuß braucht man für die knapp anderthalb Kilometer mindestens eine Viertelstunde. Familien mit Kindern sind eher noch länger unterwegs.

Die Bushaltestellen Bulgarische Straße, Plänterwald, Rathaus Treptow und Neue Krugallee/Dammweg liegen ebenfalls weiter entfernt. Die Gehzeit beträgt auch hier etwa zehn Minuten.
Der Senat will daher das Angebot an E-Scootern und E-Bikes ausbauen. An den S-Bahnhöfen Treptower Park, Plänterwald und Baumschulenweg und an den Parkeingängen sollen neue Jelbi-Stationen der BVG entstehen.
Verkehrskonzept: Per Schiff zum Spreepark
Wer mit dem eigenen Fahrrad zum Spreepark kommen möchte, kann das auch über den ausgebauten „Wasserweg“ tun. Und auch per Schiff werden die Besucher in den Spreepark schippern können. Ein neuer Fähranleger neben dem Eierhäuschen ist seit 2023 fertig.
Wenn der Spreepark eröffnet, soll es einen Schiffs-Shuttle zwischen dem Hafen Treptow am S-Bahnhof Treptower Park und dem Eierhäuschen geben. „Ein entsprechendes Interessenbekundungsverfahren zur Auswahl eines Betreibers wurde bereits eingeleitet“, teilt die Senatsverkehrsverwaltung auf Anfrage von Lisa Knack mit.
Keine öffentlichen Parkplätze geplant
Es gibt also viele Wege, den neuen Spreepark zu erreichen. Nur das Auto sollte man stehen lassen. Weil der Park inmitten des Landschaftsschutzgebiets Plänterwald liegt, soll die Anreise mit Öffis erfolgen, darauf pocht der Senat. Doch wie sehen das die Besucher des Parks?
Der Südosten Berlins ist eh schon staugeplagt. Rollt auf Treptow, Plänterwald und Baumschulenweg ab 2027 die nächste Autolawine zu? Die Linken-Abgeordnete Katalin Gennburg rechnet mit erhöhten Belastungen sowie Parkplatznot rund um den Spreepark.

Katalin Gennburg befürchtet eine „Welle von Suchverkehren und Wildparkenden“. Anstatt sich um ein praktikables Verkehrskonzept zu bemühen, setzen Bezirk und Senat darauf, die Autofahrer zu erziehen, kritisiert die Abgeordnete.
Parkraumbewirtschaftung für Anwohner
Der Anteil des Autoverkehrs soll bei der Anreise zum Spreepark weniger als zehn Prozent ausmachen, so der Wunsch der Planer. Mit dieser theoretischen Maßgabe soll verhindert werden, dass die Wohnstraßen im Kiez zugeparkt werden.
Hier wird aktuell eine Parkraumbewirtschaftung geprüft. Bisher hält sich der „Parkdruck“ in Grenzen. Die durchschnittlichen Auslastungen liegen werktags bei 67 bis 73 Prozent, an Wochenenden bei 81 bis 83 Prozent. Doch wenn der Spreepark ein Hit wird, könnte sich das schnell ändern. Anwohner fürchten ein Verkehrschaos.




