Der 6 Uhr-Flug vom BER nach Amsterdam – gestrichen. Auch die Flieger nach Bologna (6.05 Uhr), München (6.15 Uhr) und London (6.20 Uhr) bleiben am Boden. Verdi bestreikt am Mittwoch mal wieder den Berlin-Brandenburger Flughafen BER. Seit 5 Uhr geht bis Mitternacht nichts mehr. Alle Abflüge und Landungen wurden gecancelt, auf der BER-Internetseite stehen alle Flüge auf „Rot“.
Mittwoch waren rund 445 Starts und Landungen geplant
Wegen eines Warnstreiks der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi steht der Betrieb nahezu komplett still. Die Flughafengesellschaft FBB teilte mit, dass „keine regulären Flüge möglich“ seien. Reisende sollen sich dringend über Umbuchungen und alternative Verbindungen informieren.
Der Ausstand ist Teil der laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten am Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Verdi wirft der Arbeitgeberseite eine „Blockadehaltung“ vor und kritisiert, das bisherige Angebot bedeute für viele Beschäftigte einen spürbaren Reallohnverlust.
Die Gewerkschaft fordert unter anderem sechs Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 250 Euro zusätzlich pro Monat je Gruppe beziehungsweise Stufe. Außerdem will sie einen zusätzlichen freien Tag, aber nur für Gewerkschaftsmitglieder, durchsetzen.
Die FBB wiederum hält den Streik für „unverhältnismäßig“. Eigentlich waren für Mittwoch rund 445 Starts und Landungen mit etwa 57.000 Passagieren geplant – nun fällt der Großteil davon aus. Die nächste Verhandlungsrunde ist erst für nächste Woche (25. März) angesetzt.

Kurios: Es streikt gar nicht das gesamte Personal. Check-in, Sicherheitskontrollen und Gepäckabfertigung wären theoretisch möglich. Viele Bereiche wie die Bodenverkehrsdienste und die Sicherheitskontrollen werden von Dienstleistern übernommen, die vom Warnstreik gar nicht nicht betroffen sind.
Doch da sich die Feuerwehr und Mitarbeiter, die für die Lichtsignale an den Landebahnen und die „Follow me“-Fahrzeuge zuständig sind, im Ausstand befinden, darf kein Flugzeug mehr landen und nur auf eigenes Risiko starten. Das aber mache keine Airline, sagte ein Flug-Experte zu BILD.
Geld zurück? Die Rechte haben Passagiere
Bei kurzfristigen Flugausfällen wie diesem Warnstreik können Passagiere auch den Ticketpreis zurückverlangen, wenn Umbuchungen auf einen anderen Tag und andere Flüge für sie keinen Sinn ergeben. Die Airline muss den Betrag laut Verbraucherzentrale binnen einer Woche erstatten. Wichtig: Gutscheine müssen Passagiere nicht akzeptieren.
Muss die Airline eine Entschädigung zahlen? In diesem Fall leider nicht. Fluggesellschaften wie Lufthansa, Easyjet und Ryanair könnten nur dann in die Pflicht genommen werden, wenn ihr Personal (etwa die Piloten) streiken würde.
Im Fall des Warnstreiks am BER wurde der Betrieb aber vonseiten der Flughafengesellschaft eingestellt, weshalb Airlines Entschädigungsforderungen unter Verweis auf außergewöhnliche Umstände abblocken dürften.
Der Flughafen BER empfiehlt auf seiner Website, sich bei der Airline zu melden. Oder beim Reiseveranstalter, der im Fall einer Pauschalreise für den Reisenden zuständig ist. Dort kann man sich über Umbuchungen und alternative Reisemöglichkeiten informieren.




