Seit vier Jahren wohne ich in Berlin und habe erst kürzlich mein Auto aus meiner Heimat mit in die Hauptstadt geholt. Als ich damit im Januar das erste Mal in eine Berliner Waschanlage gefahren bin, dachte ich, mich trifft der Schlag: 13,99 Euro hat eine Standardwäsche gekostet. Ohne schicken Schnickschnack für meinen Flitzer, kein Wachs, keine Premium-Behandlung, es gab nichts Besonderes.
Waschanlagen-Check zeigt: Berlin ist die teuerste Waschstadt
Mehrere Jahre habe ich in einer Kleinstadt mit 7.000 Einwohnern in Niedersachsen an einer Tankstelle gearbeitet. Mit den Programmen und Preisen bin ich also vertraut. Eine Nachricht an meinen damaligen Chef über meinen teuren Unmut löste auf: Wir nehmen bei uns zu Hause mal eben über zwei Euro weniger für dasselbe Programm. Aber ist das hier in Berlin normal?

In einem Waschanlagen-Check von Autohero, einem Online-Shop für geprüfte Gebrauchtwagen, wurden rund 400 Tarife von 100 Waschstraßen und Waschanlagen in 20 großen deutschen Städten analysiert. Und die Bilanz im Osten ist bitter.
Der Preis für eine Autowäsche liegt im bundesweiten Durchschnitt bei 13,38 Euro. In Berlin liegt die Wäsche 1,22 Euro über dem Schnitt. In beiden Fällen handelt es sich aber nicht um eine Premium-Wellnessbehandlung für die Pkw, sondern um mittelmäßige Waschgänge – so wie bei meinem Auto war.
In Berlin setzt der günstigste Waschgang bei 8 Euro an, der teuerste liegt bei 24 Euro und ist damit der höchste Tarif in den 20 verglichenen Großstädten. In der schönen Oststadt Leipzig sieht es ähnlich aus. Die billigsten Preise fangen bei 8 Euro an und die teuersten gehen auf 22 Euro hoch.
Waschpreise passen in Berlin und Leipzig nicht zum Einkommen
Das Waschpreisverhältnis stimmt in Berlin und Leipzig auch nicht mit dem verfügbaren Nettoeinkommen der Bürger überein. Dagegen passen in Bayern die Preise in München und Nürnberg zum Einkommen der Menschen.



