Dieser Trend schwappt mal wieder über TikTok zu uns. In die Schulen, zu den Kindern und Jugendlichen. Aromatisierte Zahnstocher sind gerade auf den Schulhöfen der letzte Schrei. Da es diese aber auch mit Nikotin gibt, hat eine Münchener Schule schon im Dezember ein Zahnstocher-Verbot erlassen. Und jetzt warnt auch das Bezirksamt Treptow-Köpenick vor den Risiken der Trendstocher.
Auch Ryan Reynolds kaut auf den Zahnstochern herum
Auf TikTok gibt es unzählige kurze Videos, mit denen für die Zahnstocher geworben wird. Als Raucherentwöhnung, als Zigarettenersatz. Auch Hollywood-Star Ryan Reynolds („Deadpool“) kaute schon auf den Hölzchen mit Geschmack herum.
Aromatisierte Zahnstäbchen (Mint, Drachenfrucht, Wassermelone, Himbeere) gibt es überall im Internet. Bei Temu, bei Amazon, bei Etsy. Angeboten werden sie hier als Kaugummi-Alternativen. Mit knalligen Namen, knallig beworben.
„Stress, Angewohnheit, Langeweile?“, heißt es unter einem Produkt bei Temu. „Unsere Zahnstocher zum Kauen oder Reinigen der Zahnzwischenräume befriedigen deinen inneren Drang. Zudem helfen Dir die Zahnstocher unerwünschte Gewohnheiten wie Nägel kauen, Snacks und das Rauchen loszuwerden!“
Nikotinhaltige Zahnstocher dürfen in Deutschland nicht angeboten werden. Eigentlich. Das Problem ist: Man kann nur aromatisierte Zahnstocher nicht von solchen mit Nikotin unterscheiden. Und über das Ausland und Internetportale finden die Nikotin-Zahnstocher auch ihren Weg zu uns.

Die Jugendlichen würden sie von den größeren Geschwistern und übers Internet beziehen, sagte die Müchener Suchtmedizinerin Andrea Rabenstein im Deutschlandfunk. „Es sind tatsächlich überwiegend auch Minderjährige, die die Nikotin-Zahnstocher benutzen.“
Nikotinhaltige Zahnstocher werden von der Industrie oftmals als Ausstiegsprodukt beworben, erklärte die Suchtmedizinerin. Das könne im Einzelfall auch gelingen. „Aber im Wesentlichen sind diese neuen Produkte sehr jugendlich ausgerichtet. Die sind mit Mint- und Cola- und Cherry-Geschmack.“
Dreimal so viel Nikotin wie in Zigaretten
Die große Gefahr: Bis zu sechs Milligramm Nikotin stecken in diesen Zahnstochern – die dreifache Menge des Nervengiftes, die man beim Rauchen einer Zigarette aufnehmen würde.
Auch aus Gründen der Verwechslungsgefahr warnt das Ordnungsamt Treptow-Köpenick jetzt sowohl vor den Risiken von nikotinhaltigen als auch von nur aromatisierten Zahnstochern. „Da diese nicht auf den ersten Blick zweifelsfrei erkennbar sind, werden die neuartigen Zahnstocher offenbar als Alternativen zu Zigaretten, E-Zigaretten, Vapes oder Snus zunehmend beliebter“, heißt es dort.
Bei aromatisierten Zahnstochern spricht das Ordnungsamt von Hygienerisiken, unklarer Qualität bei Importware und der „Gewöhnung an orale Konsumrituale“.
Drastischer fällt die Warnung vor nikotinhaltigen Hölzchen aus. Gefährlich seien hier die stark suchterzeugende Wirkung, die hohe und nicht transparente Dosierung. Folgen: Übelkeit, Herzrasen, Schwindel, Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung bei Kindern und Jugendlichen.
So erkennen Sie nikotinhaltige Produkte
Experten vom Ordnungsamt Treptow-Köpenick sagen, dass ohne Verpackung eine sichere Unterscheidung praktisch nicht möglich sei. Argwöhnisch solle man aber sein, wenn die Zahnstocher trotz „Holzoptik“ süßlich-chemisch riechen würden.





