Comeback der DDR-Kultmarke

In Suhl soll die Schwalbe wieder Luft unter die Flügel bekommen

Die DDR‑Kultmarke Simson steht vor einem Comeback in Suhl. Dort könnte die legendäre Schwalbe bald als E‑Version neu vom Band laufen.

Author - Sebastian Karkos
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Teilnehmer einer Ausfahrt mit DDR-Mopeds. Der Kult um Simson S50, Schwalbe und andere Krads ist ungebrochen.
Teilnehmer einer Ausfahrt mit DDR-Mopeds. Der Kult um Simson S50, Schwalbe und andere Krads ist ungebrochen.Future Image/Imago

Diese Nachricht lässt das Herz manches Nostalgikers höherschlagen. Mit Simson steht eine legendäre DDR‑Zweiradmarke vor einem Comeback an alter Produktionsstätte. Der Mythos der Mopeds aus Suhl soll wiederbelebt werden.

Produktion auf dem traditionsreichen Simson‑Areal

In der Stadt in Thüringen gingen einst rund sechs Millionen Simson‑Zweiräder vom Band. Nun soll der Kult am selben Ort wiederbelebt werden. Auf dem traditionsreichen Simson‑Areal in Suhl könnte möglicherweise schon in diesem Jahr wieder ein Zweirad im legendären Schwalben‑Design vom Band laufen – diesmal allerdings mit Elektroantrieb.

Die im Emsland (Niedersachsen) ansässige Unternehmerfamilie von Schweinitz hat in Suhl bereits eine Produktionshalle angemietet und sich die Namensrechte gesichert, um dort eine Elektroversion der Schwalbe zu fertigen.

Die Familie kennt sich im Geschäft aus: Seit über einem Jahrzehnt stellt sie Elektroroller der Marke Emco her. Mit der E‑Schwalbe übernimmt sie nun ein Produkt, dessen bisherige Fertigung ins Stocken geraten ist. Die Elektro‑Schwalbe wurde zuletzt in Polen produziert, das dortige Unternehmen ist jedoch insolvent.

Verschiedene Simsons 2025 bei einem Simson-Treffen am Sachsenring.
Verschiedene Simsons 2025 bei einem Simson-Treffen am Sachsenring.Thomas Meyer/OSTKREUZ

Mit der Verlagerung der Produktion nach Suhl knüpft die Firma an die Geschichte des Standorts an, an dem über Jahrzehnte die ursprüngliche Simson‑Schwalbe gebaut wurde. Ziel ist es, Simson als emotionale Marke zurück auf den Markt zu bringen. „Die Schwalbe muss wieder Luft unter die Flügel bekommen – und zwar in Suhl“, so Unternehmerin Yasmin von Schweinitz.

Bei jungen Leuten sind die alten Zweiräder beliebt

Vor allem bei jungen Leuten sind die alten Zweiräder nach wie vor beliebt, nicht zuletzt, weil die Technik vergleichsweise einfach ist und vieles selbst geschraubt werden kann. Deshalb genießen Mopeds mit Namen wie Schwalbe, Star, Sperber oder S50/51 bis heute Kultstatus.

Ein weiterer Grund ist eine Sonderregelung im Einigungsvertrag. Die Zweitakter dürfen, sofern sie in der DDR zugelassen wurden, im Gegensatz zu anderen Kleinkrafträdern mit Tempo 60 und nicht nur mit Tempo 45 unterwegs sein.

Die Mischung aus Tradition, Technik und Emotion könnte Simson also neues Leben einhauchen.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Wird Simson auch als E-Roller aus Suhl in Deutschland durchstarten?
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