Katarina Witt ist eine der bekanntesten Eiskunstläuferinnen der Welt und gilt als DDR-Sportlegende. Die heute 60-Jährige gewann zweimal Olympiagold (1984, 1988), wurde viermal Weltmeisterin und prägte mit sportlicher Dominanz und Ausstrahlung eine ganze Ära des Eiskunstlaufs. Und sie macht sich Sorgen um Deutschland.
Laut Witt fehlen Helden und Vorbilder
Denn in unserem Land fehlen Helden und Vorbilder, so wie sie es war. In einem Interview mit Sport-Bild erklärt sie: „Eine Gesellschaft braucht sie. Gerade in einer Zeit wie jetzt. Da möchten sich die Menschen an Vorbildern orientieren, die für Werte wie Leistung, Fairplay und Miteinander stehen.“
Witt wird deutlich: „Die fetten Jahre sind einfach vorbei in allen Richtungen, in der Wirtschaft sowie im Sport. Wenn wir wieder an die Weltspitze kommen wollen, dann müssen wir Leistung in den Fokus rücken und andere dafür schätzen und respektieren, dass sie Leistung vollbringen. Es gibt zu viel Belanglosigkeit, die viel zu viel Aufmerksamkeit bekommt.“

Sorgen macht der Chemnitzerin die heutige Jugend, der nicht nur Vorbilder fehlen, sondern offenbar auch klare Ziele: „Auf Instagram zeigen Menschen ihren Alltag und haben wesentlich mehr Follower als die meisten Sportler. Jugendliche haben als Berufswunsch mittlerweile: berühmt werden. Ich finde das erschreckend. Da ist keinerlei Substanz, alles ist oberflächlich.“
Ihr Wunsch: „Dass sich Jugendliche wieder mehr an Leistung, egal ob musikalisch, tänzerisch, handwerklich oder wissenschaftlich orientieren. Und Sportler sind Vorbilder. Daher sollten wir mehr Sichtbarkeit für Athleten schaffen, die Großartiges erreichen. Solche Vorbilder werden uns als Gesellschaft weiter nach vorne bringen und uns stärker machen. Man sollte wieder Freude an der Leistung, Freude am Mehr-Tun, am Ärmelhochkrempeln empfinden.“

Daher sollte der Spitzensport in Deutschland groß unterstützt werden. Wie früher einmal, so Witt, die auf ihren Sport, den Eiskunstlauf, schaut: „Das A und O für Spitzenleistungen ist weiterhin, dass Athleten perfekte Rahmenbedingungen und Strukturen haben, sodass sie sich voll und ganz aufs Training konzentrieren können. Leider gibt es diese oft nicht.“


