Manche schreiben Songs über schnelle Autos. Rapper Jassin (21) aus Sachsen-Anhalt schreibt lieber über ein knatterndes Moped aus DDR-Zeiten. Mit seinem Song „Simson S 51“ rappt der Musiker aus der Lutherstadt Wittenberg eine Hymne auf die Ost-Legende auf zwei Rädern.
Simson S 51 war für viele Jugendliche in der DDR ein Stück Freiheit
Die Simson S 51, das legendäre Kleinkraftrad aus DDR‑Zeiten, wurde zwischen 1980 und 1990 im VEB Fahrzeug‑ und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ im thüringischen Suhl gebaut. Millionenfach produziert, war sie für viele Jugendliche im Osten das erste große Stück Freiheit, erstes Abenteuer und manchmal auch der erste Hauch von Erwachsensein.

Rapper Jassin packt ein Lebensgefühl in sein Lied
Genau dieses Lebensgefühl packt Jassin in seinen Popsong, der gleichzeitig nach Provinz, Jugend und melancholischer Liebesgeschichte klingt, wie die Ostdeutsche Allgemeine (OAZ) berichtet. „Simson S 51, fahr’ uns zwei hier weg“ singt Jassin im Refrain. Sieben Worte, die erzählen, dass die „Simme“ für ihn mehr als ein Moped ist und mehr als Nostalgie. Die S 51 wird zum Symbol für Herkunft, Identität und ein Fluchtfahrzeug aus dem Alltag.
Dabei verklärt Jassin die Ost-Romantik nicht blind. Schon in der ersten Strophe heißt es: „Ich muss sagen, ich find’s eigentlich bisschen cringe. Vor allem dieses ganze Simme-Lifestyle-Ding.“ Zu provinziell, zu rückwärtsgewandt. Aber eben auch ein Teil der eigenen Herkunft. Gerade deshalb wirkt der Song von Jassins Debüt-Album „Arsenalplatz“ nicht wie billige Ostalgie.

Auch Jassin weiß, dass aus der Simson längst ein Szene-Objekt geworden ist. Alte Mopeds werden auf Instagram gefeiert, aufwendig restauriert und inzwischen zu teils horrenden Gebrauchtpreisen gehandelt.
Doch statt nur den Hype zu bedienen, erzählt der Musiker von dem, was hinter dem Kult steckt: Erinnerung und ein Stück Identität. Wenn er singt: „Leg’ ich meinen Kopf an deine Schulter, meine Hände an dir fest“ dann wird aus dem robusten DDR-Moped plötzlich ein sehr persönlicher Ort. Nicht laut, nicht protzig, sondern intim.


