In den vergangenen Monaten hat dieser Mordfall ganz Deutschland beschäftigt – und jetzt blicken alle Augen nach Rostock, wo im Fall Fabian aus Güstrow der Prozess begonnen hat. Der Andrang im Gericht ist groß, der Saal mit mehr als 150 Plätzen war während der ersten beiden Verhandlungstage prall gefüllt. Und es spielen sich wahre Dramen ab: Während Fabians Mutter Dorina L. in dem Verfahren nun ein weiteres Mal durch die Hölle gehen muss, berichten Augenzeugen, dass Gina H. während der Verhandlung sogar kichern musste.
Prozess soll das Rätsel um den Mord an Fabian lösen
Warum musste der kleine Fabian (8) aus Güstrow sterben? Es ist die Frage, die momentan Millionen Menschen in Deutschland beschäftigt – und auf die im Prozess am Landgericht Rostock eine Antwort gefunden werden soll. Die ersten beiden Verhandlungstage sind bereits Geschichte – am vergangenen Dienstag wurde der Prozess mit der Verlesung der Anklage eröffnet, außerdem sagten bereits Fabians Mutter Dorina L. und sein Vater Matthias R. aus.
Vor allem für Fabians Mutter muss der Prozess eine große Belastung sein: Nach dem Mord an ihrem Sohn wird nun alles noch einmal neu aufgewühlt. Vor allem die Begegnung mit der Tatverdächtigen Gina H. im Gerichtssaal machte ihr zu schaffen.
„Ich habe gemerkt, dass Wut in mir hoch aufgestiegen ist“, sagte Dorina L. im Interview mit RTL. „Ich wollte sie halt die ganze Zeit angucken. Sie konnte mir nicht mal ins Gesicht gucken.“ Schon im Vorfeld hatte Dorina L. in einem Interview gesagt, dass sie große Angst vor den Prozesstagen vor Gericht habe.

Gina H. soll – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – den zu dem Zeitpunkt acht Jahre alten Fabian am 10. Oktober 2025 getötet haben. Die Ex-Freundin von Fabians Vater habe den Jungen an jenem Freitag unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt, sei mit ihm zu einem Feld bei Klein Upahl gefahren.
An einem Tümpel soll sie den Jungen mit mehreren Messerstichen ermordet, seinen Leichnam später mithilfe von Brandbeschleuniger in Brand gesteckt haben. Vermutlich wollte sie dabei die Spuren vernichten. Ob diese Schilderungen der Ermittler stimmen, soll der Prozess zeigen.
So erlebte Fabians Mutter die Begegnung mit Gina H.
Bei der Verlesung der Anklageschrift beobachtete Dorina L. die Verdächtige genau. Für sie habe es so ausgesehen, als habe Gina H. nicht einmal zugehört. „Ich finde das maßlos, was sie dort getan hat, wie sie sich verhalten hat“, sagte Dorina L. gegenüber RTL.
Auch der Blickkontakt mit ihr, Fabians Mutter, blieb aus. „Sie hat gleich nach unten geschaut. Und sie hat einmal hoch geguckt, hat mich gesehen und hat gleich nach unten geschaut“, schildert Fabians Mutter die Begegnung vor Gericht.

In anderen Momenten soll sich Gina H. ganz anders gezeigt haben: Während der Aussage von Fabians Vater Matthias R. soll die Angeklagte sogar gekichert haben, berichtet der „Focus“. Als er Gina H. charakterisieren sollte, berichtete er demnach, sie sei sehr liebevoll und einfühlsam – und sie wisse, was sie wolle.
Die Tatsache, dass sie Lust und Liebe in die Beziehung stecke, bezeichnete er als „so wunderschön“. Gina H. sei da rot angelaufen und habe gekichert. Bei der Befragung vor Gericht gab Fabians Vater auch an, er könne sich nicht erklären, wer hinter der Tat steckt. Für Gina H. gilt bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Mama Dorina will starb bleiben – für ihren Fabian
Fabians Mutter Dorina L. fällt es nach eigener Aussage schwer, all das zu ertragen. Denn es gibt Momente, bei denen man sich nur schwer vorstellen kann, was sie nun vor Gericht ertragen muss. So wurde auch ein Foto der verbrannten Jacke gezeigt, die Fabian zum Zeitpunkt seines Verschwindens trug. Es war einer der Augenblicke, bei denen vor Gericht plötzlich Tränen flossen. „Ich habe versucht, stark zu bleiben, und mir sind auch die Tränen gelaufen“, sagte sie RTL. „Aber ich werde es schaffen, für Fabi.“


