Mehr als 100 Passagiere betroffen

Karibik-Kreuzfahrt wird zum Magen-Darm-Trip

Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf der MS Hondius nun der nächste Schreck: Auf der „Caribbean Princess“ grassiert der Norovirus.

Author - Sebastian Karkos
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Der Kreuzfahrt-Tourismus gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen von kleinen Karibik-Staaten wie Antigua.
Der Kreuzfahrt-Tourismus gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen von kleinen Karibik-Staaten wie Antigua.Jürgen Schwenkenbecher/IMAGO

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die macht Spaß. Für viele Passagiere des US-Kreuzfahrtschiff „Caribbean Princess“ trifft das nicht zu. Der Norovirus macht die Runde. Mehr als 100 Passagiere und Crewmitglieder kämpfen mit Durchfall und Erbrechen. Trotzdem läuft der Bordbetrieb normal weiter.

102 Passagiere und 13 Besatzungsmitglieder sind krank

Wie die US-Seuchenschutzbehörde CDC meldet, sind auf der aktuellen Karibik-Reise 102 der insgesamt 3116 Passagiere mit dem Magen-Darm-Virus erkrankt, dazu 13 Besatzungsmitglieder. Das hoch ansteckende Norovirus gilt als klassischer Kreuzfahrt-Erreger – und verbreitet sich rasend schnell auf engem Raum. Deswegen sind Norovirus-Meldungen auf Kreuzfahrtschiffen nicht selten.

Die Reederei reagierte umgehend: Erkrankte wurden in ihren Kabinen isoliert, öffentliche Bereiche zusätzlich desinfiziert, der Reinigungsplan deutlich verschärft. Passagiere wurden aufgefordert, besonders auf Handhygiene zu achten und Symptome sofort beim Bordarzt zu melden.

Princess Cruises spricht von einer „begrenzten Zahl mild erkrankter Gäste“. Nach der Rückkehr nach Port Canaveral (Florida) soll die „Caribbean Princess“ komplett gereinigt werden, bevor die nächste Kreuzfahrt startet.

Die Hondius erreicht Sonntagmorgen den Industriehafen Granadilla de Abona auf Teneriffa.
Die Hondius erreicht Sonntagmorgen den Industriehafen Granadilla de Abona auf Teneriffa.JORGE GUERRERO/AFP

Zuletzt hatte ein Ausbruch des gefährlichen Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ für Schlagzeilen gesorgt. Das Schiff ist Sonntagmorgen am Hafen Granadilla de Abona auf Teneriffa eingetroffen. An Bord befinden sich knapp 150 Menschen, die in ihre Heimatländer ausgeflogen werden sollen. Die meisten Passagiere stammen aus EU-Ländern, Großbritannien und den USA. Auch mehrere Deutsche sind darunter.

Auch wenn keiner der Menschen an Bord derzeit Symptome hat, gelten sie laut WHO aufgrund der langen Inkubationszeit des Hantavirus als „Hochrisikokontakte“.

Auf der MV Hondius starben drei Menschen

Das Schiff war am 1. April in Argentinien zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen. Ein Niederländer starb am 11. April an Bord, seine Frau am 26. April in einem Krankenhaus in Südafrika. Am 2. Mai starb auf dem Schiff zudem eine Passagierin aus Deutschland.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Würden Sie derzeit eine Reise auf einem Kreuzfahrtschiff antreten? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com