Tragödie an Bord

Virus-Alarm auf Kreuzfahrtschiff – ein deutscher Passagier tot

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff gibt es mehrere Tote. Nun steht fest: Einer der Verstorbenen war Deutscher. 

Author - Sebastian Karkos
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Luftaufnahme der „MV Hondius“ vor Kap Verde – das Schiff darf den Hafen zunächst nicht anlaufen.
Luftaufnahme der „MV Hondius“ vor Kap Verde – das Schiff darf den Hafen zunächst nicht anlaufen.AFP

Was für eine Horror-Fahrt! Nach dem mutmaßlichen Hantavirus-Ausbruch an Bord eines Kreuzfahrtschiffs vor der Küste Afrikas gibt es mehrere Todesopfer. Nun hat die Reederei Oceanwide Expeditions mitgeteilt, dass unter den Verstorbenen ein deutscher Staatsbürger ist.

Auch ein niederländisches Ehepaar ist gestorben

Zudem soll es sich bei den Todesopfern um ein niederländisches Ehepaar handeln. Der Mann hatte während der Überfahrt plötzlich schwere Krankheitssymptome entwickelt.

Kurz darauf starb er an Bord des Schiffes. Seine Ehefrau erkrankte ebenfalls, wurde zur Behandlung nach Johannesburg/Südafrika ausgeflogen – doch auch sie überlebte die Infektion nicht. Zwei Besatzungsmitglieder gelten ebenfalls als schwer erkrankt und benötigen dringend medizinische Versorgung.

Der Ausbruch ereignete sich auf der „MV Hondius“, die mit rund 150 Passagieren und etwa 70 Crewmitgliedern von Ushuaia in Argentinien in Richtung Kap Verde unterwegs war. Die kapverdischen Behörden verweigern dem Schiff bislang das Anlegen im Hafen der Hauptstadt Praia – aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Virus. Die Passagiere dürfen das Schiff nicht verlassen.

Die „MV Hondius“ vor der Küste von Kap Verde – an Bord kam es zu einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch.
Die „MV Hondius“ vor der Küste von Kap Verde – an Bord kam es zu einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch.AFP

Hantaviren werden in der Regel über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Typische Symptome sind mehrere Tage anhaltendes hohes Fieber sowie starke Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen, die erst Wochen nach der Ansteckung auftreten können. In schweren Fällen werden Lunge oder Nieren geschädigt. Besonders das in Südamerika verbreitete Andes-Virus kann selten auch von Mensch zu Mensch übertragen werden – ein Umstand, der derzeit intensiv untersucht wird.

Heilbar ist die Infektion bislang nicht

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, man arbeite an der medizinischen Evakuierung weiterer Erkrankter und führe eine umfassende Risikobewertung durch. Heilbar ist die Infektion bislang nicht, eine Impfung existiert ebenfalls nicht. Nur eine schnelle medizinische Behandlung kann die Überlebenschancen verbessern.

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