Die Lage im Nahen Osten bringt die Kreuzfahrt-Branche schon jetzt ins Wanken: Größere Reedereien haben Orient-Kreuzfahrten für die kommende Wintersaison 2026/27 bereits auf Eis gelegt. Wegen der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten passen die Kreuzfahrt-Riesen ihre Pläne an.
Fahrten auch in der Sommersaison abgesagt
TUI Cruises sagt jetzt sogar zwei Mittelmeer-Kreuzfahrten wegen des Iran-Kriegs ab – für diese Sommersaison. Die geplanten Reisen von „Mein Schiff 4“ (Reisebeginn am 11. April) und „Mein Schiff 5“ (Reisebeginn am 24. April) finden nicht statt, teilt die TUI Cruises mit.
Mittelmeer-Kreuzfahrten ersatzlos gestrichen
Betroffen sind Routen von Mallorca über Sardinien und Malta nach Griechenland sowie eine Kreuzfahrt ab Heraklion auf Kreta. Beide Mittelmeer-Kreuzfahrten wurden ersatzlos gestrichen.
Brisant: Beide Schiffe sitzen seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs im Persischen Golf fest. „Mein Schiff 4“ lief am 28. Februar in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) ein, „Mein Schiff 5“ in Doha (Katar).

Beide Schiffe haben Platz für 5.000 Gäste
„Oberstes Ziel bleibt jetzt die Sicherheit und das Wohlergehen der verbleibenden Crew an Bord der Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5“, erklärte das Unternehmen. Wie es weitergeht, bleibt offen, auch wenn TUI Cruises betont: „Zum aktuellen Zeitpunkt lässt sich sagen, dass, sobald eine Verlegung der Schiffe möglich ist, beide wieder in den regulären Fahrplan integriert werden sollen. Dieser sieht aktuell beide Schiffe nach einer Überfahrt im Mittelmeer vor“, teilt eine Sprecherin von TUI Cruises auf Anfrage des „Münchner Merkur“ mit.
Zur Zahl der betroffenen Passagiere machte TUI Cruises keine Angaben. Beide Schiffe haben zusammen Platz für rund 5.000 Gäste. Und TUI ist nicht allein: Auch Celestyal Cruises sagt Reisen ab, die „Celestyal Journey“ (ab 4. April) und die „Celestyal Discovery“ (ab 6. April) bleiben im Golf, weil auch diese Schiffe die Straße von Hormus nicht passieren können, so cruisestricks.de.
Experte sieht ein erhöhtes Gefahrenpotenzial
Insgesamt befinden sich sechs Schiffe im sogenannten „Hot Layup“-Status – mit einer minimalen Besatzung an Bord, falls die Straße von Hormus wieder passierbar ist. Eine Kreuzfahrt auf der MSC Euribia von MSC Cruises ab Kiel am 2. Mai Richtung Dänemark und Norwegen ist über die Webseite aktuell noch buchbar (Stand: 1. April 2026), doch ob die Schiffe die Krisenregion rechtzeitig verlassen können, bleibt abzuwarten.
Ein Experte warnte vor einem „deutlich erhöhten Gefahrenpotenzial“ für Kreuzfahrtschiffe.




