Prominente missbraucht

Falsche Werbung mit Stars: Verbraucherzentrale warnt

Promis wie Hirschhausen, Lanz oder Drosten missbraucht: Betrüger locken mit Fake-Werbung für Gesundheitsprodukte. Verbraucherzentrale schlägt Alarm.

Author - Sebastian Karkos
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Eckart von Hirschhausen kämpft gegen Firmen, die seinen Namen für Pillen oder andere Wundermittel missbrauchen.
Eckart von Hirschhausen kämpft gegen Firmen, die seinen Namen für Pillen oder andere Wundermittel missbrauchen.dpa/imago

Unternehmen nutzen Prominente gerne in ihrer Werbung. Sie sorgen für Aufmerksamkeit, die das Geschäft ankurbeln soll. Das wissen jedoch auch Kriminelle, die darauf setzen, dass gerade ältere oder verunsicherte Menschen darauf vertrauen: Ein bekanntes Gesicht senkt die Skepsis. Entsprechend schlagen die Verbraucherzentralen Alarm.

Werbung für Gesundheits- oder Abnehmprodukte

Denn derzeit rollt geradezu eine Welle betrügerischer Online-Werbung für angebliche Gesundheits- und Abnehmprodukte durchs Land. Kriminelle missbrauchen dafür Namen, Fotos und Stimmen von Prominenten – ohne deren Wissen oder Zustimmung.

Betroffen sind Schauspielerinnen wie Uschi Glas, Schlagerstars wie Beatrice Egli oder Maite Kelly, TV-Moderatorinnen wie Barbara Schöneberger oder Sonya Kraus sowie bekannte Journalisten und Talkshow-Hosts wie Caren Miosga, Sandra Maischberger, Markus Lanz oder Dieter Bohlen. In täuschend echt wirkenden Artikeln, Social-Media-Posts oder Videos werden ihnen sensationelle Heilsversprechen in den Mund gelegt – mithilfe Künstlicher Intelligenz.

Daran kann man sterben!

Dr. Eckart von Hirschhausen über Fake-Werbung

In einer ARD-Dokumentation hat Dr. Eckart von Hirschhausen offengelegt, wie sein Name missbraucht wird. Teilweise kann diese Art von Betrug sogar lebensgefährlich sein, so der Wissenschaftsjournalist: „Das Skrupelloseste, was mir in der Recherche untergekommen ist: Betrüger haben Insulin-Pens mit einem falschen Etikett als Abnehmspritze verkauft.“

Der Mediziner ist schockiert: „Daran kann man sterben!“ Und nicht zuletzt leidet der Ruf, obwohl kein Promi was dafür kann. Von Hirschhausen: „Das ist Identitätsdiebstahl, das ist millionenfacher Rufmord.“

Eckart von Hirschhausen machte sich auf die Spur der Betrüger.
Eckart von Hirschhausen machte sich auf die Spur der Betrüger.Annika Graeff

Die Masche ist immer ähnlich: Nutzer stoßen auf angebliche Berichte renommierter Medien, Interviews oder Talkshow-Ausschnitte. Oft handelt es sich um erfundene Zeitschriften oder gefälschte Webseiten bekannter Nachrichtenportale. Originale TV-Interviews werden manipuliert, Tonspuren ausgetauscht, Stimmen künstlich nachgebaut. Die Qualität dieser Fakes wird dabei immer besser.

Neben Eckart von Hirschhausen taucht auch der Virologe Christian Drosten immer wieder in falschen Werbeanzeigen auf, die dreist medizinische Empfehlungen und angebliche Durchbrüche versprechen.

Manches Arzneimittel, das beworben wird, hat gar keinen Effekt.
Manches Arzneimittel, das beworben wird, hat gar keinen Effekt.McPHOTO/imago

Besonders dreist ist der Missbrauch staatlicher Symbole. Logos von Bundesbehörden wie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder von Ministerien werden verwendet, um Seriosität vorzutäuschen. Die Verbraucherzentralen stellen klar: Deutsche Behörden empfehlen oder prüfen keine konkreten Gesundheitsprodukte. Auch Krankenkassen erstatten diese Mittel nicht.

Vieles darf in Deutschland gar nicht verkauft werden

Eine Abfrage bei zuständigen Behörden ergab zudem: Viele der beworbenen Produkte dürften in Deutschland gar nicht verkauft werden, weil sie nicht ordnungsgemäß angezeigt wurden. In Einzelfällen wird es sogar gefährlich – etwa wenn Menschen mit Diabetes aufgefordert werden, bewährte Medikamente abzusetzen. Manche Mittel sind auch wirkungslos, kosten aber viel.

Die Verbraucherschützer raten dringend zur Skepsis. Promi-Empfehlungen, sensationelle Heilversprechen, angebliche „größte Deals“ aus TV-Shows oder erfundene Forschungssensationen sind klare Warnsignale. Wer auf solche Werbung stößt, sollte besonders vorsichtig sein, so die Verbraucherzentralen.

Denn eines ist sicher: Wenn Stars scheinbar Wundermittel anpreisen, steckt fast nie ein Wunder dahinter – sondern Betrug.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Sind Sie bei einer Promi-Werbung auch schon einmal stutzig geworden? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com