Unternehmen nutzen Prominente gerne in ihrer Werbung. Sie sorgen für Aufmerksamkeit, die das Geschäft ankurbeln soll. Das wissen jedoch auch Kriminelle, die darauf setzen, dass gerade ältere oder verunsicherte Menschen darauf vertrauen: Ein bekanntes Gesicht senkt die Skepsis. Entsprechend schlagen die Verbraucherzentralen Alarm.
Werbung für Gesundheits- oder Abnehmprodukte
Denn derzeit rollt geradezu eine Welle betrügerischer Online-Werbung für angebliche Gesundheits- und Abnehmprodukte durchs Land. Kriminelle missbrauchen dafür Namen, Fotos und Stimmen von Prominenten – ohne deren Wissen oder Zustimmung.
Betroffen sind Schauspielerinnen wie Uschi Glas, Schlagerstars wie Beatrice Egli oder Maite Kelly, TV-Moderatorinnen wie Barbara Schöneberger oder Sonya Kraus sowie bekannte Journalisten und Talkshow-Hosts wie Caren Miosga, Sandra Maischberger, Markus Lanz oder Dieter Bohlen. In täuschend echt wirkenden Artikeln, Social-Media-Posts oder Videos werden ihnen sensationelle Heilsversprechen in den Mund gelegt – mithilfe Künstlicher Intelligenz.
Daran kann man sterben!
In einer ARD-Dokumentation hat Dr. Eckart von Hirschhausen offengelegt, wie sein Name missbraucht wird. Teilweise kann diese Art von Betrug sogar lebensgefährlich sein, so der Wissenschaftsjournalist: „Das Skrupelloseste, was mir in der Recherche untergekommen ist: Betrüger haben Insulin-Pens mit einem falschen Etikett als Abnehmspritze verkauft.“
Der Mediziner ist schockiert: „Daran kann man sterben!“ Und nicht zuletzt leidet der Ruf, obwohl kein Promi was dafür kann. Von Hirschhausen: „Das ist Identitätsdiebstahl, das ist millionenfacher Rufmord.“

Die Masche ist immer ähnlich: Nutzer stoßen auf angebliche Berichte renommierter Medien, Interviews oder Talkshow-Ausschnitte. Oft handelt es sich um erfundene Zeitschriften oder gefälschte Webseiten bekannter Nachrichtenportale. Originale TV-Interviews werden manipuliert, Tonspuren ausgetauscht, Stimmen künstlich nachgebaut. Die Qualität dieser Fakes wird dabei immer besser.
Neben Eckart von Hirschhausen taucht auch der Virologe Christian Drosten immer wieder in falschen Werbeanzeigen auf, die dreist medizinische Empfehlungen und angebliche Durchbrüche versprechen.

Besonders dreist ist der Missbrauch staatlicher Symbole. Logos von Bundesbehörden wie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder von Ministerien werden verwendet, um Seriosität vorzutäuschen. Die Verbraucherzentralen stellen klar: Deutsche Behörden empfehlen oder prüfen keine konkreten Gesundheitsprodukte. Auch Krankenkassen erstatten diese Mittel nicht.
Vieles darf in Deutschland gar nicht verkauft werden
Eine Abfrage bei zuständigen Behörden ergab zudem: Viele der beworbenen Produkte dürften in Deutschland gar nicht verkauft werden, weil sie nicht ordnungsgemäß angezeigt wurden. In Einzelfällen wird es sogar gefährlich – etwa wenn Menschen mit Diabetes aufgefordert werden, bewährte Medikamente abzusetzen. Manche Mittel sind auch wirkungslos, kosten aber viel.





