Die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung hat eine entscheidende Hürde genommen. Wie BILD berichtet, liegt ein Gesetzentwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken (46, CDU) vor, auf den sich die Koalition grundsätzlich geeinigt hat. Der Entwurf befindet sich derzeit in der letzten redaktionellen Abstimmung.
16,3 Milliarden Euro sollen eingespart werden
Zentrales Ziel der Reform sind Einsparungen von 16,3 Milliarden Euro im Jahr 2027. Ursprünglich war ein Volumen von knapp 20 Milliarden Euro vorgesehen. Für Versicherte bringt der Entwurf teils spürbare Änderungen, teils Entlastungen.
Das Krankengeld soll entgegen früherer Pläne nicht gekürzt werden. Wer länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist, erhält weiterhin 70 Prozent seines Bruttogehalts. Neu eingeführt werden soll dagegen das Modell der „Teilkrankheit“: Versicherte können freiwillig trotz Krankschreibung teilweise weiterarbeiten, etwa zu 25, 50 oder 75 Prozent der regulären Arbeitszeit. Damit wird erstmals offiziell zwischen vollständiger und teilweiser Arbeitsunfähigkeit unterschieden.

Deutlich teurer werden Medikamente: Die Zuzahlung für verschreibungspflichtige Präparate steigt auf mindestens 7,50 Euro und höchstens 15 Euro pro Packung. Die bestehenden Belastungsgrenzen bleiben jedoch bestehen – bei zwei Prozent des Bruttojahreseinkommens, bei chronisch Kranken bei einem Prozent.
Kinder bleiben beitragsfrei mitversichert
Einschnitte gibt es bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Ab 2028 soll diese nur noch in Ausnahmefällen möglich sein. Künftig sind Zusatzbeiträge in Höhe von 2,5 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen vorgesehen. Ausnahmen gelten unter anderem für Familien mit kleinen Kindern, Pflegefälle und Rentner. Kinder bleiben beitragsfrei mitversichert. Die SPD kündigte Nachverhandlungen an.
Gutverdienende werden stärker belastet: Die Beitragsbemessungsgrenze steigt 2027 einmalig um rund 300 Euro auf 6.112,50 Euro monatlich. Gleichzeitig wird die Versicherungspflichtgrenze angehoben, um den Wechsel in die private Krankenversicherung unattraktiver zu machen.



