Medienbericht

Weniger Geld im Krankheitsfall? Regierung prüft neue Regeln

Die Bundesregierung prüft Kürzungen, Karenztag und neue Regeln bei Lohnfortzahlung. Das könnte sich ändern.

Author - Tobias Esters
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Krank im Bett: Die geplanten Änderungen könnten für Beschäftigte spürbare finanzielle Folgen haben.
Krank im Bett: Die geplanten Änderungen könnten für Beschäftigte spürbare finanzielle Folgen haben.Philip Dulian/dpa

Wer krank ist, bekommt bisher bis zu sechs Wochen weiter seinen Lohn – doch genau das könnte sich bald ändern. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung prüfen Union und SPD derzeit einschneidende Maßnahmen, um den hohen Krankenstand in Deutschland zu senken.

Neue Pläne: Kürzere Lohnfortzahlung im Gespräch

Demnach steht unter anderem zur Diskussion, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu kürzen. Bislang zahlen Arbeitgeber im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen das volle Gehalt weiter. Künftig könnte dieser Zeitraum reduziert werden.

Auch eine weitere weitreichende Idee ist im Gespräch: Arbeitgeber sollen die Lohnfortzahlung möglicherweise nur noch einmal pro Jahr leisten müssen. Wird die maximale Dauer erreicht und ein Arbeitnehmer später erneut krank, würde dann direkt die Krankenkasse einspringen – mit dem deutlich niedrigeren Krankengeld.

Besonders brisant: Auch ein sogenannter Karenztag wird offenbar wieder diskutiert. Das bedeutet, dass Beschäftigte am ersten Krankheitstag kein Geld mehr bekommen würden – erst ab dem zweiten Tag würde die Lohnfortzahlung einsetzen. Für Arbeitnehmer wäre das ein direkter finanzieller Einschnitt.

Krankschreibung in Deutschland: An der <a href="https://www.berliner-kurier.de/politik-wirtschaft/lachgas-verbot-mehr-gehalt-blitzer-marathon-das-bringt-uns-der-april-li.10027300">Lohnfortzahlung im Krankheitsfall könnten bald Änderungen kommen</a>.
Krankschreibung in Deutschland: An der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall könnten bald Änderungen kommen.Sina Schuldt/dpa

Ein Blick ins Ausland zeigt, dass solche Regelungen nicht ungewöhnlich sind. In Ländern wie Schweden oder Großbritannien gibt es bereits Karenztage oder eine eingeschränkte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Die Erfahrungen dort fallen jedoch gemischt aus: Zwar melden sich Beschäftigte kurzfristig seltener krank, langfristige Auswirkungen auf Gesundheit und Arbeitsausfälle sind jedoch umstritten.

Deutschland bei Krankentagen vorn

Hintergrund der Debatte ist laut Regierungskreisen vor allem die Entwicklung der Krankentage. Deutschland liegt im europäischen Vergleich weit vorne. Beide Koalitionspartner wollen die Zahl der Ausfälle reduzieren. Allerdings gilt: Beschlossen ist noch nichts. „Am Ende zählt nur, worauf sich alle einigen“, heißt es aus politischen Kreisen.

Parallel ringen die Spitzen von Union und SPD weiterhin um Entlastungen für Bürger, etwa bei den Energiepreisen. Konkrete Ergebnisse der Gespräche wurden bislang nicht öffentlich gemacht.

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