Monatelang überwies das Berliner Jobcenter Geld an ein Hotel zur Unterbringung Obdachloser – doch bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass einige von ihnen dort gar nicht lebten. Der Gesamtschaden soll bei rund einer Million Euro liegen. Die Folge: Die Polizei ermittelt.
Hostel kassierte Geld für Gäste, die dort nicht wohnten
Wie der Tagesspiegel berichtet, hat das Berliner Jobcenter einen mutmaßlichen Millionenbetrug bei der Unterbringung Wohnungsloser aufgedeckt. Demnach soll eine Pension im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf über Monate hinweg Geld für Personen kassiert haben, die dort gar nicht untergebracht waren. Der Schaden soll sich auf rund eine Million Euro belaufen. Etwa 600.000 Euro entfielen demnach auf die Kosten der Unterkunft, die direkt an die Pension gezahlt wurden. Der restliche Betrag soll aus individuellen Sozialleistungen bestanden haben.
Im Jahr 2025 soll es zu zwei Kontrollen in der Pension gekommen sein. „Bei beiden Prüfungen wurde ein Teil der Personen, für deren Unterbringung die Jobcenter Leistungen erbrachten, vor Ort nicht angetroffen“, sagte eine Sprecherin der Berliner Jobcenter dem Tagesspiegel.
Bei der ersten Kontrolle im April 2025 seien von 22 sogenannten Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 74 Personen 14 Bedarfsgemeinschaften nicht in der Pension anwesend gewesen. Im September 2025 überprüfte das Jobcenter die Einrichtung erneut. Diesmal wurden von 21 gemeldeten Bedarfsgemeinschaften 15 nicht angetroffen.



