Hundehalter in Angst

Giftköder-Alarm: Berliner Polizei ermittelt gegen Hundehasser

Weißes Pulver an Bäumen und Wegen: In Berlin häufen sich Giftköder-Verdachtsfälle. Die Polizei ermittelt.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Dieses weiße Pulver wurde an einen Baumstamm in Berlin gefunden.
Dieses weiße Pulver wurde an einen Baumstamm in Berlin gefunden.privat/zVg

Berlin hat ein neues Schreckgespenst – und es lauert gefährlich im Grünen. In Parks, auf Wiesen und auf Gehwegen entdecken Hundehalter immer häufiger weißes Pulver. Das rätselhafte Zeug ist oft direkt an Bäumen verstreut. In den vergangenen Wochen wurden mehrere Verdachtsfälle gemeldet. Die Polizei ermittelt.

Hundehasser: Weißes Pulver fast überall in Berlin

Die fiesen Methoden der Hundehasser kennen offenbar keine Grenzen. Fleischbällchen mit Rasierklingen oder Nägeln gespickt sind auf Gehwegen oder Wiesen leider keine Seltenheit.

Doch die Tierquäler denken sich immer neue und grausamere Methoden aus, um das Leben von Hunden zu schädigen oder sogar zu zerstören. Dazu gehören offenbar die weißen Pulverhäufchen, die jetzt vermehrt an Baumstämmen gefunden werden.

Giftköder-Alarm in Berlin! Die Spur der weißen Pulverfunde zieht sich quer durch die Stadt. Dutzende Verdachtsfälle wurden in Warn-Apps gemeldet – besonders in Mitte, Friedrichshain‑Kreuzberg, Steglitz-Zehlendorf, Neukölln und Wedding.

Hundehasser: Polizei ermittelt in Charlottenburg-Wilmersdorf

Die Berliner Polizei handelt bereits. „In der Polizeidirektion 2 (West) sind derzeit zwei Sachverhalte bekannt, bei denen in Charlottenburg-Wilmersdorf tiergiftsuspekte Substanzen in Form weißen Pulvers festgestellt wurden“, sagt ein Polizeisprecher dem KURIER.

„Derzeit wird geprüft, ob es sich hierbei um Giftköder handelt. Es ist derzeit nicht bekannt, ob in den vorliegenden Sachverhalten Hunde durch die Substanzen verletzt wurden.“

Zettel oder Plakate an Bäumen, in denen Hundebesitzer vor Giftködern gewarnt werden, sind keine Seltenheit in Berlin.
Zettel oder Plakate an Bäumen, in denen Hundebesitzer vor Giftködern gewarnt werden, sind keine Seltenheit in Berlin.Christian Mang/imago

Die Gefahr besteht durchaus, dass ein Hund Schaden nehmen könnte. Mehrere Hundehalter berichten von weißem Pulver direkt an Baumstämmen und Büschen – genau dort, wo ihre Lieblinge bei den Gassi-Runden gerne schnüffeln, ihr Revier markieren oder kurz stehen bleiben.

Für viele Besitzer ein Albtraum. „Man denkt an nichts Böses – und plötzlich kämpft dein Hund um sein Leben“, sagt eine Halterin.

Hundehasser: Weißes Pulver soll Rattengift sein

Hundewarnstellen und Tierärzte befürchten, dass es sich bei dem weißen Pulver oft um Rattengift handeln könnte. Dieses Gift wirkt extrem schnell und kann für Hunde lebensgefährlich sein – teils schon innerhalb weniger Minuten. Tierärzte raten: Je schneller der Hund in Behandlung kommt, desto größer die Überlebenschance.

Zu den zwei Verdachtsfällen in Charlottenburg-Wilmersdorf hat die Polizei jetzt „Strafermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet“.

Der Polizeisprecher: „Reste einer Substanz sind sichergestellt und zur Analyse an das Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamtes übersandt worden.“

Weißes Pulver: Das sagt die Polizei

Die Berliner Polizei versucht, die Hundebesitzer auch zu beruhigen. „Bei weißen Pulveransammlungen am Wegesrand handelt es sich nicht zwangsläufig um sogenannte Giftköder. In vielen Fällen können auch harmlose Ursachen wie etwa Baustoffreste, Streumittel, Dünger oder andere ungefährliche Materialien vorliegen. Eine abschließende Beurteilung ist ohne fachgerechte Untersuchung am Ort regelmäßig nicht möglich“, sagt der Sprecher.

Hunde schnüffeln gerne an Baumstämmen. Oder sie markieren dort ihr Revier. Weißes Pulver ist an solchen Stellen besonders verdächtig. (Symbolfoto)
Hunde schnüffeln gerne an Baumstämmen. Oder sie markieren dort ihr Revier. Weißes Pulver ist an solchen Stellen besonders verdächtig. (Symbolfoto)Frank Oppitz/imago

Im Kampf gegen Tierhasser und deren Giftköder-Methoden ist die Polizei „grundsätzlich auf Hinweise aus der Bevölkerung zu verdächtigen Substanzen im öffentlichen Raum angewiesen“. „Wir nehmen diese sehr ernst und gehen entsprechenden Meldungen mit der gebotenen Sorgfalt nach.“

Giftköder-Funde: Das rät die Polizei

Der Polizeisprecher rät: „Passanten und Passantinnen, die entsprechende Substanzen finden und eine Straftat vermuten, werden gebeten, die Substanz nicht zu berühren, sondern die Polizei über den Notruf 110 zu verständigen. Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer werden gebeten, ihre Tiere entsprechend zu beaufsichtigen und gegebenenfalls anzuleinen, um die Aufnahme unbekannter Substanzen zu verhindern.“

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Haben Sie bei den Gassi-Runden auch solche Giftköder entdeckt? Was sind Ihre Erfahrungen? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.