Kundu ist gerade einmal drei Jahre alt und hat schon jetzt eine wichtige Mission. Denn der Bewohner aus dem Zoo Berlin jettet gerade über 6300 Kilometer um die Welt, um seine Art zu retten. Denn Kundu ist ein Bergbongo, eine vom Aussterben bedrohte Antilopenart. Daher musste der Bulle nun per Luftfracht von Berlin nach Kenia fliegen.
Berliner Zoo-Antilope Teil einer Rettungsmission
Jetzt ist es geschafft! Nach dem Weltreise-Flug ist Kundu wohlbehalten in Afrika angekommen. Am Flughafen von Nairobi wurde der Berliner Zoo-Star gemeinsam mit drei weiteren männlichen Bergbongos aus europäischen Zoos offiziell empfangen – ein echter Gänsehaut-Moment für Tierfreunde. Von dort ging es direkt weiter in die Mount Kenya Wildlife Conservancy, eine Art Arche Noah für die seltene Antilope.

Kundu ist dort Teil eines internationalen Rettungsplans. Ziel: Mehr Nachwuchs, mehr genetische Vielfalt – und irgendwann wieder Bergbongos in freier Wildbahn. Denn die Lage ist dramatisch: Die Bergbongos sind fast verschwunden – vor allem durch Wilderei, Abholzung ihres Lebensraums und Krankheiten, die von Hausrindern übertragen werden.
Weil nur noch sehr wenige Tiere in freier Wildbahn leben, leidet die Art zudem unter Inzucht und geringer genetischer Vielfalt. Zusammengenommen haben diese Faktoren die Bestände in Kenia auf nur noch etwa 100 Tiere schrumpfen lassen.
Zoo Berlin hilft, Tiere vorm Aussterben zu retten
Zoo-Direktor Dr. Andreas Knieriem macht klar, wie ernst die Situation ist: Von diesen majestätischen Antilopen gebe es erschreckend wenige. Umso wichtiger sei die Hilfe moderner Zoos.
„Wir tragen eine besondere Verantwortung und sind stolz, Teil dieses internationalen Projekts zu sein“, sagt er. Die Zoos hätten über Jahre eine sichere Reservepopulation aufgebaut – jetzt kehren die Tiere zurück in ihre Heimat.
Auch Kenias Naturschützer sind erleichtert. „Die Rückkehr dieser vier Tiere stärkt unsere Bemühungen enorm“, erklärt Dr. Erustus Kanga, Chef des Kenya Wildlife Service. Gemeinsam mit europäischen Partnern soll so eine stabile, gesunde Bergbongo-Population entstehen.
Bevor Kundu zu seiner Mission abheben durfte, wurde er gründlich gecheckt: Tierarzt-Untersuchungen, Quarantäne im tschechischen Safari Park Dvůr Králové – erst dann ging es in die Luft.
In Kenia wird er nun behutsam in das bestehende Zuchtprogramm integriert. Über 100 Bergbongos leben dort bereits – eines der erfolgreichsten Schutzprogramme weltweit.



