Auf große Mission

6.300 Kilometer für das Überleben: Berliner Zoo‑Star auf Rettungsmission

Per Luftfracht: Bergbongo Kundu aus dem Zoo Berlin reist für den Artenschutz über 6.300 Kilometer nach Kenia.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Bergbongo Kundu aus dem Berliner Zoo hat eine Weltreise nach Afrika gemacht.
Bergbongo Kundu aus dem Berliner Zoo hat eine Weltreise nach Afrika gemacht.Kenya Wildlife Service/Mount Kenya Wildlife Conservancy

Kundu ist gerade einmal drei Jahre alt und hat schon jetzt eine wichtige Mission. Denn der Bewohner aus dem Zoo Berlin jettet gerade über 6.300 Kilometer um die Welt, um seine Art zu retten. Denn Kundu ist ein Bergbongo, eine vom Aussterben bedrohte Antilopenart. Daher musste der  Bulle nun per Luftfracht von Berlin nach Kenia fliegen.

Berliner Zoo-Antilope Teil einer Rettungsmission

Jetzt ist es geschafft! Nach dem Weltreise-Flug ist Kundu wohlbehalten in Afrika angekommen. Am Flughafen von Nairobi wurde der Berliner Zoo-Star gemeinsam mit drei weiteren männlichen Bergbongos aus europäischen Zoos offiziell empfangen – ein echter Gänsehaut-Moment für Tierfreunde. Von dort ging es direkt weiter in die Mount Kenya Wildlife Conservancy, eine Art Arche Noah für die seltene Antilope.

Mit dieser Frachtmaschine kam das Zoo-Tier aus Berlin in Nairobi an.
Mit dieser Frachtmaschine kam das Zoo-Tier aus Berlin in Nairobi an.Kenya Wildlife Service/Mount Kenya Wildlife Conservancy

Kundu ist dort Teil eines internationalen Rettungsplans. Ziel: Mehr Nachwuchs, mehr genetische Vielfalt – und irgendwann wieder Bergbongos in freier Wildbahn. Denn die Lage ist dramatisch: In den Bergwäldern Kenias leben schätzungsweise nur noch rund 100 Tiere. Wilderei, Abholzung und Krankheiten haben die Bestände fast ausgelöscht.

Zoo Berlin hilft, Tiere bvorm Aussterben zu retten

Zoo-Direktor Dr. Andreas Knieriem macht klar, wie ernst die Situation ist: Von diesen majestätischen Antilopen gebe es erschreckend wenige. Umso wichtiger sei die Hilfe moderner Zoos.

„Wir tragen eine besondere Verantwortung und sind stolz, Teil dieses internationalen Projekts zu sein“, sagt er. Die Zoos hätten über Jahre eine sichere Reservepopulation aufgebaut – jetzt kehren die Tiere zurück in ihre Heimat.

Auch Kenias Naturschützer sind erleichtert. „Die Rückkehr dieser vier Tiere stärkt unsere Bemühungen enorm“, erklärt Dr. Erustus Kanga, Chef des Kenya Wildlife Service. Gemeinsam mit europäischen Partnern soll so eine stabile, gesunde Bergbongo-Population entstehen.

Bevor Kundu zu seiner Mission abheben durfte, wurde er gründlich gecheckt: Tierarzt-Untersuchungen, Quarantäne im tschechischen Safari Park Dvůr Králové – erst dann ging es in die Luft.

In Kenia wird er nun behutsam in das bestehende Zuchtprogramm integriert. Über 100 Bergbongos leben dort bereits – eines der erfolgreichsten Schutzprogramme weltweit.

Vom Zoo Berlin nach Afrika: Bergbongo Kundu ist in seiner neuen Heimat angekommen.
Vom Zoo Berlin nach Afrika: Bergbongo Kundu ist in seiner neuen Heimat angekommen.Kenya Wildlife Service/Mount Kenya Wildlife Conservancy

Langfristig sollen die Nachkommen wieder ausgewildert werden. Für Kundu heißt das: erst ankommen, dann für Nachwuchs sorgen – und vielleicht Geschichte schreiben. Ein Berliner Zoo-Tier als Hoffnungsträger für eine ganze Art.

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