Wildtier-Angriff

Ein Hund tot, mehrere verletzt: Was hinter den Fuchs-Attacken steckt

Mehrfach kam es zu Attacken, ein Hund ist schon getötet wurden. Nun will das Bezirksamt Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Author - Sebastian Krause
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Ein Fuchs hat in Berlin einen Hund getötet (Symbolbild).
Ein Fuchs hat in Berlin einen Hund getötet (Symbolbild).Martin Wagner/imago

In Berlin-Reinickendorf geht bei vielen Hundehaltern seit Wochen die Angst um. Seit Ende Januar soll ein auffällig aggressiver Fuchs im Bereich Brusebergstraße/Klamannstraße immer wieder Hunde attackiert haben – in einem Fall mit tödlichem Ausgang.

Hund wird durch einen Fuchsangriff getötet

Zuletzt wurde nach Angaben des Bezirksamts ein weiterer Angriff am 12. April gemeldet. Betroffen waren bisher angeleinte wie freilaufende Hunde. Mehrere Tiere erlitten Bissverletzungen. Nach vorliegenden Erkenntnissen wurde ein Hund infolge eines Angriffs getötet.

Fuchs soll auch Hundehalter angegriffen haben

Vereinzelt soll der Fuchs auch Hundehalter angegriffen haben. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um ein einzelnes Tier handelt, nicht um mehrere Füchse.

Geht es nach dem Ordnungsamt, sollen Hunde im öffentlichen Raum grundsätzlich angeleint und möglichst eng geführt werden – „zum Schutz der Tiere“, wie es heißt. Gleichzeitig gilt: Abstand halten, Wildtieren nicht nähern und nicht füttern. Denn das Füttern von Wildtieren ist eine Ordnungswidrigkeit und kann geahndet werden. Wer den Fuchs sieht oder einen Vorfall beobachtet, soll sich umgehend bei der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht Reinickendorf oder bei der Polizei melden.

Nach aktuellem Stand handelt es sich um ein einzelnes Tier mit atypischem Verhalten, das nicht repräsentativ für die Fuchspopulation in unserer Stadt ist.

Sebastian Pieper, Bezirksstadtrat von Reinickendorf

Bezirksstadtrat kündigt Hilfe an

Bezirksstadtrat Sebastian Pieper (CDU) kündigte zudem an, zeitnah eine Informationsveranstaltung anzubieten, um Fragen aus der Nachbarschaft zu beantworten und den Umgang mit der Situation zu erklären. „Die Vorfälle im Bereich Brusebergstraße und Klamannstraße nehmen wir sehr ernst. Nach aktuellem Stand handelt es sich um ein einzelnes Tier mit atypischem Verhalten, das nicht repräsentativ für die Fuchspopulation in unserer Stadt ist“, sagte Pieper.

Und weiter: „Die zuständigen Stellen beobachten die Lage fortlaufend und stehen hierzu im engen Austausch. Hinweise aus der Bevölkerung sind für uns weiterhin wichtig, um die Situation genau einschätzen und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Darüber hinaus werden wir zeitnah eine Informationsveranstaltung anbieten, um über die Situation zu informieren und Fragen zu beantworten.“

Stadtfüchse sind in Berlin längst Alltag

Stadtfüchse gehören in Berlin längst zum Alltag, aber normalerweise treten sie nicht aggressiv auf. Der Nabu Berlin beschreibt Füchse als flächendeckend verbreitet, an das Stadtleben angepasst und meist neugierig, aber nicht aggressiv. Begegnungen am Tag seien in bestimmten Jahreszeiten normal, etwa in der Paarungszeit und während der Jungenaufzucht.

Ein weiterer Grund: In Städten werden Füchse oft dort auffällig, wo es für sie leichtes Futter gibt. Der Nabu weist darauf hin, dass Stadtfüchse in Berlin ein breites Nahrungsspektrum nutzen und besonders häufig auch menschliche Abfälle sowie Katzen- und Igelfutter eine Rolle spielen. Genau deshalb ist es wichtig, die Tiere nicht zu füttern.

Hier gibt es Hilfe für Betroffene

Für alle, die jetzt schnell Hilfe oder Rat brauchen, nennt der Bezirk konkrete Ansprechpartner: Die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht Reinickendorf ist unter Tel. 030/90294‑5112 oder Tel. 030/90294‑5117 erreichbar. Beratung gibt es auch durch den Verein Wildtiernah unter Tel. 030/5168168.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com