Sie schreien, kämpfen – und rennen plötzlich über Straßen. In der Hauptstadt sind Füchse derzeit außer Rand und Band. Grund ist die Paarungszeit, die sogenannte Ranz. Experten schlagen Alarm: Noch nie gingen so viele Anrufe zu verletzten und humpelnden Füchsen ein wie jetzt.
Wenn Füchse den Verkehr vergessen
Beim Beratungsservice von Wildtiernah Berlin klingeln die Telefone ununterbrochen. Der Rotfuchs ist mitten im Liebesstress: Rüden liefern sich heftige Revierkämpfe, Jungfüchse ziehen auf der Suche nach eigenen Territorien durch unbekannte Gegenden, Fähen locken mit lautem, durchdringendem Schreien potenzielle Partner an.
Das Problem: Die Tiere sind hormonell komplett abgelenkt – und achten kaum noch auf den Verkehr. Die Folge sind mehr Unfälle, Verletzungen und verunsicherte Berliner.

Nicht jeder verletzte Fuchs braucht Hilfe. Beinverletzungen oder sogar Knochenbrüche heilen bei Füchsen häufig von selbst. Ein humpelndes Tier ist also nicht automatisch in Lebensgefahr. Experten raten deshalb zur Vorsicht: Gut gemeinte Rettungsaktionen können mehr schaden als nützen. Wer unsicher ist, sollte lieber zum Hörer greifen und das Wildtiertelefon anrufen.
Füchse gehören längst zur Stadt
Viele Berliner unterschätzen, wie viele Füchse ihnen täglich begegnen. Laut Wildtierexperte Derk Ehlert leben schätzungsweise rund 4.500 Füchse in der Hauptstadt. Sie fühlen sich längst wohl zwischen Parks, Hinterhöfen und Friedhöfen – und ernähren sich von Mäusen, Ratten, Regenwürmern, Abfällen und Fallobst.

