Deutschlandwetter

Neue Gefahr für Buckelwal Timmy: Wetterwarnung – Sturm zieht an Ostseeküste auf

Heftige Böen bedrohen vor der Insel Poel die Rettung von Buckelwal Timmy. DWD warnt auch Berlin und Brandenburg vor starken Winden.

Author - Stefan Henseke
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Seit 26 Tagen versuchen Helfer den Walfisch Timmy, der vor der Küste der Insel Poel gestrandet ist, zu retten. Er wird teilweise wird mit Wasser besprüht, nasse Tücher bedecken seinen Rücken. Doch jetzt zieht ein Sturm auf.
Seit 26 Tagen versuchen Helfer den Walfisch Timmy, der vor der Küste der Insel Poel gestrandet ist, zu retten. Er wird teilweise wird mit Wasser besprüht, nasse Tücher bedecken seinen Rücken. Doch jetzt zieht ein Sturm auf.Steven Mohr/imago

Der Deutsche Wetterdienst DWD hat für die Ostseeküste eine Wetterwarnung der Stufe 2 herausgegeben. Stürmischer Wind zieht auf – und bringt damit auch den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal Timmy und seine Retter in Gefahr. Ausläufer des heftigen Winds werden auch in Berlin und Brandenburg zu spüren sein.

Ostseeküste: Stürmische Böen gefährden Timmy

Schon seit 26 Tagen liegt Timmy in der Bucht von Poel vor Wismar. Verzweifelt kämpfen Retter darum, den Buckelwal wieder in Richtung Atlantik zu bugsieren. Am Sonntag soll das arme Tier mit einem Netz in einen Schute gezogen werden. Mit dem flachen Schiff ohne Antrieb will man dann den Buckelwal in die rettende Nordsee ziehen.

Durch den aufziehenden Sturm könnte der Zeitplan aber in Gefahr geraten. Am Samstag nimmt der Wind an der Küste stetig zu. DWD spricht von West auf Nordwest drehenden Wind, von Windböen bis 60 km/h (Windstärke 7), gebietsweise stürmischen Böen um 70 km/h (Windstärke 8) und im vorpommerschen Küstenumfeld auch von Sturmböen bis zu 80 km/h (Windstärke 9).

Das heißt: raue See, hohe Wellen. Zum Glück ist die Bucht von Wismar ein wenig windgeschützter. Grund für das stürmische Wetter: „Am Rande eines Hochs überquert eine wetterinaktive Kaltfront die Region südwärts. Sie führt mit nördlicher Strömung Luftmassen polaren Ursprungs heran“, erklären die Experten vom Deutschen Wetterdienst.

Die heranziehende Wetterlage bringt damit weitere Gefahr für Timmy mit sich. Die Luftmassen polaren Ursprungs kühlen die Region ab – und der Buckelwal liegt ja auf einer Sandbank auf, Teile des Körpers sind  nicht vom Wasser bedeckt. Vor allen Dingen nachts wird es sehr kühl.

In der Nacht zum Sonntag ist es entlang der Küste von Flensburg bis Usedom anfangs noch stark bewölkt, später meist klar. Die Temperaturen fallen auf bis zu 3 Grad.

Nachts wird es in Mecklenburg frostig

Hoffnung für Timmy gibt es dann am Sonntag. Der Sturm sollen dann abgezogen sein, es wird vielfach sonnig – bei Temperaturen von 8 bis 12 Grad an der Küste. Nur nachts wird es bitterkalt, noch frostiger als in der Nacht zuvor, örtlich sind in Mecklenburg-Vorpommern bis zu minus 2 Grad möglich.

Das sich verstärkende Tief über Skandinavien, das zunehmend kühlere Polarluft in unsere Richtung lenkt, beeinflusst das Wetter nicht nur an der Ostseeküste, sondern in der ganzen Nordosthälfte Deutschlands.

Der Wind von der Küste soll am Samstag bis in den äußersten Norden Berlins zu spüren sein. Hier und für die Nordosthälfte Brandenburg erwartet der Deutsche Wetterdienst Windböen bis zu 60 km/h, im Norden Brandenburg vereinzelt sogar bis zu 70 km/h.

Die Warnwetter-Karte des Deutschen Wetterdienstes DWD zeigt an, woe die Windböen besonders heftig werden. Die ganze Ostseeküste ist orange markiert (Stufe 2, Warnung vor markantem Wetter). Auch in Berlin und Nordbrandenburg wird es heute stürmischer.
Die Warnwetter-Karte des Deutschen Wetterdienstes DWD zeigt an, woe die Windböen besonders heftig werden. Die ganze Ostseeküste ist orange markiert (Stufe 2, Warnung vor markantem Wetter). Auch in Berlin und Nordbrandenburg wird es heute stürmischer.Deutscher Wetterdienst DWD

Die Wolken sollen im Verlauf des Samstags aufreißen, für Berlin und Brandenburg werden Temperaturen von 14 bis 19 Grad erwartet. Nachts kommt dann die Kälte, der DWD spricht von Bodenfrost. Ähnlich das Wetter am Sonntag. Tagsüber (13 bis 17 Grad) und nachts (bis zu minus 2 Grad) aber noch ein wenig kälter.

Im Südwesten wird es sogar bis zu 24 Grad warm

Während es am Samstag im Norden und Nordosten meist stark bewölkt bleibt, hat der Rest des Landes mehr Glück. Da ist es laut Deutschem Wetterdienst freundlich mit viel Sonnenschein. Bei Temperaturen von 18 bis 22 Grad, im Südwesten sogar bis zu bis 24 Grad.

Auch am Sonntag ist Deutschland in mehrere Wetterzonen geteilt. Sehr kühl an den Küsten (um 10 Grad bei auflandigem Wind), mittelwarm (12 bis 16 Grad) im Norden und Osten und frühlingshaft (16 bis 22 Grad) in den anderen Gebieten, am wärmsten wird es im Breisgau und am Hochrhein.

Mit einem Bagger wird eine Rinne vor der Insel Poel freigespült durch die nach den Plänen des Retterteams der Buckelwal wieder in tiefere Wasser schwimmen soll.
Mit einem Bagger wird eine Rinne vor der Insel Poel freigespült durch die nach den Plänen des Retterteams der Buckelwal wieder in tiefere Wasser schwimmen soll.Jens Büttner/dpa

Und am Sonntag wird man dann sehen, ob die Rettung von Timmy doch noch gelingt. Es wird schwer. Denn Experten befürchten jetzt, dass das lange Liegen dem Wal geschadet hat, er möglicherweise gar nicht mehr schwimmen kann.

„Bei längerem Stillhalten oder auf Land liegen stellt sich relativ schnell etwas ein, was Myopathie genannt wird. Das ist eine Übersäuerung der Muskeln. Die führt dazu, dass das Gewebe und die Muskulatur überhaupt nicht mehr geschmeidig sind“, sagt der Meeresbiologe und Walforscher Fabian Ritter in BILD.

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