Seit Wochen schaut ganz Deutschland an die Ostsee – und fiebert mit Wal Timmy. Der riesige Meeressäuger liegt noch immer vor der Ostseeinsel Poel. Doch nun naht Rettung! Es soll ein weiterer Versuch starten, den Wal aus seiner misslichen Lage zu befreien. Timmy wird jetzt abgeschleppt! Aber: Kann der geschwächte Wal die Begegnung mit einem Kran wirklich überstehen?
Neuer Plan für die Rettung von Wal Timmy
Am Dienstag oder am Mittwoch soll die neue Rettungsaktion starten – und die sprengt allein vom Aufwand her alle Bemühungen, die es für die Rettung von Timmy bereits gab. Der genaue Plan: Timmy soll in einer Art Aquarium aus Stahl gesperrt und dann bis in die Nordsee oder den Atlantik geschleppt werden. Der Plan kommt von einer privaten Rettungsinitiative – sie habe die Verantwortung dafür, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Die Regierung duldet den Rettungsplan.
Timmy soll mit einem Lastkahn transportiert werden – einer sogenannten Barge. Wann genau diese vor der Insel Poel ankommen wird, ist momentan noch unklar. Durch eine Rinne, die von Baggern bereits ausgehoben wird, soll der Wal in den Kahn gelenkt werden. Diesen kann man absenken. Liegt Timmy darin, soll ein Schlepper das stählerne Aquarium in die rund 400 Kilometer entfernte Nordsee ziehen.

„Für ein Wildtier ist das schon ziemlich komfortabel im Rahmen unserer Möglichkeiten“, sagte eine beteiligte Kleintierärztin. Und auch Backhaus stellt klar, dass das Konzept als sehr schonend befunden wurde. „Der Wal soll während des Transports in einer wassergefüllten Umgebung bewegt werden, die den Eingriff in das Tier reduziert“, sagte er. Allerdings ist der Zustand des Wals auch weiterhin kritisch, heißt es. Timmy atmet „derzeit in Abständen von etwa drei bis vier Minuten, der Herzschlag ist regelmäßig“, sagte er. Außerdem bewege das Tier die Brustflossen.
Schlepper „Robin Hood“ holt Timmy ab
Für die Barge soll der Weg durch den Nord-Ostsee-Kanal führen. Für die Rettung zuständig soll der Schlepper „Robin Hood“ sein. Für Timmy will man alles sogar noch etwas komfortabler machen: Der Lastkahn wird mit Sand ausgelegt, damit sich der Wal wohler fühlt. Spannend werden aber auch die Wasserstände: Sie sollen in der Nacht steigen. Es kann also auch passieren, dass sich Timmy von selbst in Bewegung setzt. Es wurde bereits eine Barriere aus großen Sandsäcken errichtet, damit er sich nicht weiter in Richtung des flachen Gewässers bewegt.

Timmys Tracker funktioniert unter Wasser nicht
Ob die Rettungsaktion gelingt, wird sich zeigen. Fakt ist aber: Die Arbeit an und mit Timmy treibt immer seltsamere Blüten – manche Aspekte werden beinahe zur Lachnummer. So heißt es nun, man habe Timmy mit einem Tracker ausgestattet, mit dem man seine Position verfolgen kann, falls er von selbst losschwimmen sollte.
Das Problem: Der Tracker funktioniert nicht unter Wasser. Sobald der Wal also abtaucht, was bei einem Meerestier nicht ganz unwahrscheinlich ist, kann man ihn leider nicht weiter tracken. Laut Umweltminister Backhaus arbeitet man an einer Lösung.


