Seit Tagen verfolgen Millionen Menschen gebannt, wie Wal Timmy versucht, aus der Ostsee zurück in den Atlantik zu finden. Schilder werden hochgehalten, Songs werden geschrieben, ganz Deutschland drückt die Daumen. Aber die Geschichte kennt auch andere Ausgänge. Eine Erinnerung an berühmte Tiere in Deutschland, die es nicht geschafft haben.

Problembär Bruno – erschossen, weil er zu neugierig war
Es war der Sommer 2006, als Deutschland seinen ersten wilden Braunbären seit 170 Jahren bekam. Bruno, eigentlich JJ1, wanderte aus dem italienischen Naturpark Adamello-Brenta über Österreich nach Bayern. Er riss Schafe, plünderte Bienenstöcke und näherte sich Siedlungen – und wurde deshalb zum „Problembären" erklärt.
Drei Wochen lang versuchte ein Team aus finnischen Bärenjägern mit Spezialhunden, ihn lebend zu fangen. Erfolglos. Am 26. Juni 2006 um 4:50 Uhr morgens wurde Bruno auf einer Alm nahe Bayrischzell erschossen. Hunderttausende Menschen hatten zuvor für sein Leben demonstriert. Sein präparierter Körper steht heute im Museum Mensch und Natur in München.

Hund Chico – 300.000 unterschrieben für ihn
April 2018, Hannover. Der Staffordshire-Mischling Chico hatte seinen Besitzer und dessen Mutter totgebissen. Was folgte, war ein deutschlandweites Medienphänomen. 300.000 Menschen unterzeichneten eine Petition für sein Leben, unter dem Hashtag #FreeChico wurde demonstriert, das Tierheim erhielt Drohungen.
Als Chico bei einer Untersuchung in Narkose gelegt wurde, entschieden die Behörden, ihn nicht mehr aufwachen zu lassen. Er hatte schwere Kieferverletzungen. Die Wut danach war enorm – Mitarbeiter wurden des Mordes bezichtigt, 80 Menschen hielten eine Mahnwache ab und nannten ihn „Chico Guevara“.

Der Wels vom Brombachsee – erschossen mit der Dienstpistole
Sommer 2025, Bayern. Ein über zwei Meter langer und 90 Kilogramm schwerer Wels hatte im Brombachsee mindestens fünf Badegäste gebissen. Die Polizei sperrte den Badebereich, doch der Fisch ließ nicht ab. Schließlich erschoss ein Beamter das Tier mit seiner Dienstpistole.
Die Vermutung: Der Wels verteidigte ein Nest in der Nähe der Schwimmer. Für den zuständigen Polizeisprecher war das Verhalten des Tieres schlicht „komplett atypisch“. Zwei Angler bargen den Koloss anschließend mit einem Boot aus dem See.

