Südfrankreich

Riesenhai vor französischer Küste gesichtet – Begegnung aus nächster Nähe

Fischer vor der südfranzösischen Küste haben einen Riesenhai aus nächster Nähe beobachtet – eine der größten Hai-Arten der Welt.

Author - Tobias Esters
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Mit weit geöffnetem Maul filtert der Riesenhai das Wasser nach Plankton – für Menschen ist er trotz seiner Größe völlig harmlos.
Mit weit geöffnetem Maul filtert der Riesenhai das Wasser nach Plankton – für Menschen ist er trotz seiner Größe völlig harmlos.Linda Pitkin / Avalon/IMAGO

Er kam aus dem Nichts, war so groß wie ein Bus und schwamm auf weniger als einen Kilometer heran. Wie die Zeitung „L'Independant“ berichtet, haben Fischer vor der südfranzösischen Küste bei Port-La Nouvelle am Samstag einen Riesenhai entdeckt und die Begegnung aus nächster Nähe gefilmt. 

Warum der Riesenhai gerade jetzt auftaucht

Zur Beruhigung: Gefährlich ist der Riesenhai für Menschen nicht. Die Tiere haben keine funktionierenden Zähne und ernähren sich ausschließlich von Plankton, das sie beim Schwimmen durchs Wasser filtern. Trotzdem ist die Begegnung mit einem solchen Koloss auf offener See ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

Dass der Hai gerade jetzt gesichtet wurde, ist kein Zufall. Im Frühling steigt die Planktonmenge im Mittelmeer stark an, was die Tiere näher an die Oberfläche und an die Küste lockt. Experten zufolge sind Sichtungen in dieser Jahreszeit keine Seltenheit.

Erst wenige Tage zuvor hatte ein Riesenhai ein Ausflugsboot mit deutschen Touristen vor der kroatischen Küste überrascht. Die Gruppe war eigentlich auf Delfinbeobachtung, als das riesige Tier plötzlich auftauchte.

Bis zu zehn Meter lang und trotzdem ein Plankton-Fresser: Der Riesenhai ist <a href="https://www.berliner-kurier.de/panorama/zweitgroesster-hai-der-welt-an-der-adria-gesichtet-li.10020660">der zweitgrößte Fisch der Welt</a>.
Bis zu zehn Meter lang und trotzdem ein Plankton-Fresser: Der Riesenhai ist der zweitgrößte Fisch der Welt.robertharding/imago

Der Riesenhai ist laut WWF nach dem Walhai der zweitgrößte Fisch der Welt. Er kann täglich mehrere tausend Liter Wasser filtern, um genügend Nahrung aufzunehmen, und taucht im Winter meist in tiefere Gewässer ab. Sein Verhalten ist bis heute nicht vollständig erforscht.

Riesenhai: Sanfter Riese in großer Gefahr

Riesenhaie sind weltweit in kühl gemäßigten bis tropischen Gewässern zu finden, von den britischen Küsten über das Mittelmeer bis zum Pazifik. Doch trotz ihrer Größe sind sie selten geworden. Die Hauptbedrohung ist die kommerzielle Fischerei: Riesenhaie geraten als Beifang in Netze, ihre Flossen sind in Asien begehrt. Für eine einzige Brustflosse werden bis zu 45.000 Euro gezahlt.

Dazu kommt, dass die Tiere erst mit 12 bis 16 Jahren geschlechtsreif werden und bis zu 50 Jahre alt werden können. Verluste durch Fischerei lassen sich so kaum ausgleichen. 2006 wurde der Riesenhai auf Drängen des WWF in den Anhang des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen, in der EU ist er seitdem geschützt.