In der Region Berlin und Brandenburg stellen Paketboten in Spitzenzeiten (wie vor Weihnachten) täglich rund 500.000 Pakete und Päckchen zu. Die Männer und Frauen, die für DHL, Hermes und Co. arbeiten, haben also – gelinde gesagt – gut zu tun. Es ist harte körperliche Arbeit: Oft müssen sehr große, schwere Pakete in den vierten Stock im Altbau ohne Fahrstuhl geschleppt werden. Doch obwohl jedem klar sein dürfte, dass der Paketboten-Job kein leichter ist, wird viel gemeckert. Weil Päckchen zu spät geliefert werden oder in eine Filiale gebracht werden, statt nach Hause. Aber ist diese Kritik gerechtfertigt? Schauen wir uns mal die Gehälter der Paketboten an.
Das verdienen Paketboten von DHL
55.395 Beschwerden zu Postdienstleistungen sind bundesweit für 2025 bei der Bundesnetzagentur eingegangen – 90 Prozent der Beschwerden auf den Logistikkonzern DHL. Die Gründe für zu spät oder schlecht abgelieferte Pakete sind natürlich vielfältig. Doch zum Teil liegt das Problem wohl auch bei den Zustellern selbst.

Werden sie denn fair bezahlt? Ein Paketzusteller bei DHL in Deutschland verdient im Durchschnitt etwa 31.500 Euro bis 32.900 Euro brutto im Jahr. Dies entspricht bei Vollzeit (38,5 Stunden) einem Einstiegslohn von circa 17,96 Euro pro Stunde, was monatlich etwa 2600 Euro bis 2750 Euro brutto ergibt. Es werden außerdem Weihnachtsgeld (100 Prozent eines Monatsgehalts, aufgeteilt) und Urlaubsgeld (über 330 Euro) gezahlt.

Zu beachten sind hier regionale Unterschiede: Der Verdienst kann je nach Standort variieren, wobei Städte wie Stuttgart (37.400 Euro) oder München (35.600 Euro) höhere Jahresgehälter verzeichnen. In Berlin sind es etwa 30.700 Euro brutto im Jahr.
Bezahlt Hermes seine Paketboten mit Mindestlohn?
Das Gehalt für Hermes-Paketfahrer in Deutschland liegt im Durchschnitt bei etwa 28.900 Euro bis 34.100 Euro brutto pro Jahr. Der Stundenlohn beträgt laut dem Job-Vergleichsportal Kununu etwa 14,00 Euro – obwohl Hermes auf seiner Homepage nur vage eine Vergütung „deutlich über dem Mindestlohn“ verspricht.

Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland stieg zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro brutto pro Stunde. Der spezielle Landesmindestlohn in Berlin erhöhte sich am 1. Januar 2026 auf 14,84 Euro pro Stunde.
Das bekommen Paketzusteller bei DPD und GLS
Ein Paketzusteller bei DPD in Deutschland verdient im Durchschnitt etwa 24.100 Euro bis 35.700 Euro brutto im Jahr, abhängig von Erfahrung und Region. Der monatliche Bruttolohn liegt häufig zwischen 2000 Euro und 2700 Euro, mit regionalen Unterschieden. Der Stundenlohn liegt laut Glassdoor-Daten (Vergleichsportal) für 2026 bei circa 11 Euro bis 15 Euro. Auch hier wird um die Mindestlohngrenze herumgetänzelt.

Ein Paketzusteller bei GLS in Deutschland verdient im Durchschnitt etwa 2500 Euro bis 2900 Euro brutto pro Monat (circa 28.700 Euro bis 30.100 Euro jährlich). Das Einkommen variiert je nach Region und Erfahrung, wobei der Stundenlohn immerhin oft im Bereich des gesetzlichen Mindestlohns oder leicht darüber liegt.


