Dieses Wetter nervt!

Wettermodelle im Chaos: Ein Szenario wird immer wahrscheinlicher

Die Wettermodelle überschlagen sich: Polarluft könnte Anfang Mai für Frost bis –7 Grad sorgen. Für Gärtner und Pflanzen wird es kritisch.

Author - Florian Thalmann
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Startet der Mai frühlingshaft und schön oder kalt und gruselig? Das entscheidet sich laut Wetterfrosch Dominik Jung in den kommenden 48 Stunden.
Startet der Mai frühlingshaft und schön oder kalt und gruselig? Das entscheidet sich laut Wetterfrosch Dominik Jung in den kommenden 48 Stunden.Soeren Stache/dpa, wetter.net/Youtube

Was für ein Wahnsinn beim Wetter! In diesem Jahr geht es wirklich Hin und Her – und Petrus dirigiert von oben scheinbar ohne Rücksicht auf Verluste. Ist nun Frühling oder nicht? Keiner kann es im Moment so genau sagen. Und nun wird es noch schlimmer: Bei allen heftigen Sprüngen, die die Wettermodelle gerade machen, schiebt sich ein bestimmtes Szenario immer mehr in den Vordergrund. Und wenn das wirklich eintreten sollte, dürfte es für viele schmerzhaft werden.

Wetter Anfang Mai könnte echt heftig werden

Der Frühling ist da – hieß es zumindest vor einigen Wochen. Plötzlich war der lange Winter mit Eiseskälte und Schneemassen Geschichte, plötzlich konnte man die Winterjacke in den Schrank räumen und sich auf die schöne Jahreszeit freuen. Doch manchmal ist es mit der Freude leider schnell vorbei – das zeigen die aktuellen Prognosen für den Übergang in den Mai. Denn statt der großen Frühlingswärme soll es zumindest zeitweise noch einmal richtig kalt werden!

Meteorologe Dominik Jung von wetter.net kündigte Temperaturen von bis zu -7 Grad an – und zwar nicht in 1500 Metern Höhe, sondern am Boden! Selbst im Flachland soll es rund um den Start in den Mai noch einmal richtig frisch werden.

Und das hat Folgen für alle, die die Freude über das Frühlingswetter sofort in Tatendrang umgewandelt haben. Wer nämlich Garten und Balkon schon aufgehübscht hat, sollte darüber nachdenken, die Pflanzen noch einmal ins Haus zu holen – sonst ist auch dieses Kapitel des Frühlings schneller abgehakt als gedacht. Und das wäre sehr schmerzhaft.

Für die Obstblüte wäre ein neuer Wintereinbruch verheerend. Gärtner müssen deshalb darauf hoffen, dass die Rückkehr der Kälte ausbleibt.
Für die Obstblüte wäre ein neuer Wintereinbruch verheerend. Gärtner müssen deshalb darauf hoffen, dass die Rückkehr der Kälte ausbleibt.Soeren Stache/dpa

Warum kommt es nun zum Kälteeinbruch? Dominik Jung von wetter.net erklärt es in einer aktuellen Wetterkolumne beim Portal „HNA“ mit dem Hochdruckgebiet „Uli“, das gerade über Island liegt. Das Druckgebiet sei „ein echtes Schwergewicht“, urteilt der Wetterfrosch. Es bringt eisige Polarluft direkt nach Deutschland.

Die Folgen sind dramatisch. „Die Nächte werden jetzt schon empfindlich kalt, gebietsweise mit leichtem Frost. Und das ist erst die Ouvertüre.“ Denn wenn Uli bis Anfang Mai durchhält, könnten die Temperaturen weiter und weiter fallen.

Wettermodelle springen wie wild hin und her

Allerdings ist noch alles im Ungewissen, denn laut Jung springen die Wettermodelle alle paar Stunden hin und her. Immer wahrscheinlicher wird aber, dass die kalte Luft vollends nach Deutschland strömt und uns am Boden Temperaturen im Minusbereich bringt.

„Ich gebe zu: Als ich den Lauf aufgerufen habe, musste ich zweimal hinsehen“, sagt Jung. Der Natur könne das zum Verhängnis werden, denn sie steht bereits im Saft: Bäume blühen, Knospen sprießen. Für Dominik Jung wäre das ein Totalschaden für Obstblüten, Weinreben und andere Pflanzen im Garten.

Der Frühling bleibt durchwachsen: Mal gibt es Sonne, mal Regen - und nun sol es plötzlich wieder richtig kalt werden.
Der Frühling bleibt durchwachsen: Mal gibt es Sonne, mal Regen - und nun sol es plötzlich wieder richtig kalt werden.Sebastian Gollnow/dpa

Nun blicken wir aber erst einmal auf das Wochenende. Da gibt es zumindest in einigen Regionen schönes Wetter. Zwar kann es laut Meteorologin Kathy Schrey in einigen Regionen in der Nacht zum Samstag Bodenfrost geben, Samstag hellt sich die Lage dann aber auf. Zumindest die Sonne erfreut uns: sie scheint nahezu über ganz Deutschland – und im Süden des Landes sind immerhin 22 Grad drin.

Nur im Norden und Nordosten kann es, auch aufgrund von Wind, frischer werden. Die kommende Nacht wird dann weniger kalt. Am Sonntag bleiben die Werte gleich, es gibt wieder viel Sonne. Und auch der Start in die neue Woche wird frühlingshaft, auch wenn sich hier bei Temperaturen von bis zu 21 Grad immer wieder Wolken vor die Sonne schieben.

Kehrt der Winter noch einmal kurz zurück?

Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag kommt dann noch einmal der echte Frühling durch: Reichlich Sonnenstunden und milde Temperaturen von bis zu 24 Grad könnten bereits erste Sommertage vor der Tür stehen. Was danach kommt, weiß nur Petrus – denn ob der Winter dann noch einmal zurückkehrt und uns frostige Temperaturen bringt, wird sich zeigen. Gärtner können im Moment nur die Daumen drücken oder Vorkehrungen treffen. Dominik Jung rät: „Vlies, Decken und alte Bettlaken griffbereit halten. Ob der Frostschock kommt, entscheidet sich in den nächsten 48 bis 72 Stunden.“

Was halten Sie vom Wetter und den aktuellen Prognosen? Schreiben Sie uns eine Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!