Na, genießen Sie den Frühling? Gewöhnen Sie sich am besten nicht zu sehr daran – denn das schöne, fröhliche Wetter könnte in ein paar Tagen schon vorbei sein. Der Grund: Laut aktuellen Prognosen von Meteorologe Dominik Jung schlägt die Kälte noch einmal voll zu. Polarluft aus Osteuropa soll Anfang Mai zu uns gespült werden. Deutschland könnte es deshalb zum Start in den Wonnemonat noch mal richtig kalt erwischen. Bis zu minus 7 Grad sind angesagt – und zwar am Boden!
Kalte Luft aus dem Osten drohte uns schon im Winter
Da werden Erinnerungen an den Winter wach: Erinnern Sie sich noch an Januar und Februar? Damals hingen extrem kalte Luftmassen über Osteuropa fest, es kam zum Kampf der Druckgebiete. Wäre die kalte Luft zu uns geströmt, hätten wir einen richtig heftigen Winter erlebt – heftiger noch, als er bisher ausfiel. Nun steht die kalte Luft erneut bereit – und könnte uns ausgerechnet Anfang Mai noch einmal erwischen. Viel Sonne im schönsten Monat des Jahres? Pustekuchen!
„Da wird es einem schon vom Hingucken kalt“, sagt Dominik Jung beim Blick auf die aktuellen Wetterkarten. Eine große Kälteblase liegt über dem Osten Europas – und raucht aus nordöstlicher Richtung nach Deutschland. Auch die Karte der Luftmassen in 1500 Metern Höhe lässt uns schaudern.
„Da kommen zum Teil deutlich zu kalte Luftmassen in der Höhe an, die schießen vor allem in den Osten und den Südosten von Deutschland rein.“ Sowohl das amerikanische GFS-Modell als auch das europäische Wettermodell sehen diesen „Kälte-Batzen“ auf Deutschland zukommen.

Beim europäischen Wettermodell sieht es allerdings eher so aus, als würden die Luftmassen an Deutschland vorbeiziehen, als bekäme das Land höchstens einen Streifschuss ab. Wie wird es wirklich? Laut Jung könnten uns Temperaturen von bis zu minus 7 Grad drohen. Dann kann es sich auf jeden Fall lohnen, noch einmal die Winterjacke und den Schal aus dem Schrank zu holen. Und alle Gärtner, die schon die Pflanzen draußen haben, werden es vermutlich bitter bereuen.
Meteorologe warnt vor schweren Frostschäden
„Schwere Frostschäden wären die Folge“, sagt Dominik Jung. Am 1. Mai könnte es Frühwerte im Minusbereich geben. „Da muss man als Landwirt oder Hobbygärtner schon die Luft anhalten“, sagt Dominik Jung. Laut europäischem Wettermodell würden die Temperaturen im Westen positiv bleiben, nur im Osten in den Keller rutschen.
Luftfrost ist laut Jung aber deutschlandweit drin. Absurd: Das kanadische Wettermodell rechnet für den gleichen Tag Werte von bis zu 25 Grad aus. „Es gibt noch große Unsicherheiten, es bleibt sehr spannend“, sagt Dominik Jung.
Kalt sind aktuell schon die Nächte. Auch in der kommenden Woche rutschen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, minus 2 Grad sind in Mitteldeutschland möglich. „Es gibt also stellenweise Luftfrost- und weitverbreitet Bodenfrost-Gefahr“, sagt Dominik Jung. Vor allem am Morgen müsse mit Bodenfrost gerechnet werden.
Gut, dass es aktuell so trocken ist, sonst wären die Straßen schnell wieder glatt. Der Freitag wird dann frühlingshaft mit bis zu 23 Grad im Südwesten, der Nordosten bleibt mit 13 Grad aber kühler. Hier muss die Sonne laut Jung mehr kämpfen.
Am Wochenende besucht uns der Frühling
Und wie wird das Wetter am Wochenende? Der Samstag wird frühlingshaft mit 18 bis 23 Grad und reichlich Sonnenschein, am Sonntag kommen dann teilweise dichtere Wolken auf. „Ansonsten ein Gemisch aus Sonne und Wolken, die Temperaturen bei 10 bis 17 Grad, die höchsten Werte gibt es Richtung Breisgau mit 21 Grad“, sagt Jung.
Mit bis zu 20 Grad startet die neue Woche am kommenden Montag dann noch etwas frühlingshafter. Erst am Dienstag gibt es dann laut Prognosen wieder mehr Regen in einigen Landesteilen. Die Temperaturen liegen bei maximal 15 Grad, dazu gibt’s im Nordwesten und im Osten Nässe von oben.


