Kälte-Nächte

Eilige Eisheilige zu früh mit den Frost-Nächten! Kennen Sie die fünf Heiligen mit Namen?

Dass die „Kalte Sophie“ zu den fünf Eisheiligen gehört, wissen viele. Doch wie heißen die anderen? Und warum sind die Nächte derzeit so kalt?

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Wenn Pflanzen bereits ausgetrieben haben, kann ihnen der Nachtfrost schaden.
Wenn Pflanzen bereits ausgetrieben haben, kann ihnen der Nachtfrost schaden.KJPeters/imago

Tagsüber erfreuen uns die wärmenden Sonnenstrahlen, doch nachts macht sich weiterhin Kälte breit. Nicht nur das – es wird sogar richtig frostig! Dabei ist doch noch gar nicht die Zeit für den letzten Frühlingsfrost, den laut Bauernregeln erst die Eisheiligen bringen sollen. Doch die scheinen dieses Jahr zu früh dran zu sein.

Kälte-Nächte bei frostigen minus 4 Grad

Die eiligen Eisheiligen, die ja eigentlich erst ab 11. Mai uns Kälte bescheren sollten, sind derzeit das große Wetter-Thema. Besonders im Norden Deutschlands sinken die Temperaturen aktuell auf minus zwei bis minus vier Grad. Nicht nur die Obstbauern, auch wer auf dem Balkon oder im Garten bereits gepflanzt hat, bangt jetzt, ob die Pflanzen bei nächtlichem Frost Schaden nehmen.

Manche Pflanzen vertragen leichte Nachtfröste. Kritisch wird es aber, wenn Pflanzen nach milden Tagen bereits ausgetrieben haben oder in Blüte stehen. Gefährdet sind dann früh blühende Ziergehölze (etwa Forsythien oder Magnolien) und viele Obstgehölze – besonders in der Blüte. Auch wärmeliebende Gemüsepflanzen wie Tomaten, Gurken, Bohnen und Zucchini sowie einige Kräuter (etwa Basilikum) reagieren auf Frost empfindlich. Die sollte man abdecken. Und Topfpflanzen über Nacht reinholen.

Tags schön warm, nachts eisig kalt – warum?

Was beschert uns den nächtlichen Frost? Die Ursache liegt in einer stabilen Hochdrucklage, die tagsüber Sonne bringt, nachts aber starke Auskühlung zulässt. Gleichzeitig strömt weiterhin Kaltluft aus nördlichen Breiten ein. Laut Meteorologen ist der Polarwirbel in diesem Jahr früher kollabiert, wodurch arktische Luft leichter nach Mitteleuropa gelangt. Das erklärt, warum die typischen Kälterückfälle bereits jetzt auftreten – Wochen vor dem traditionellen Zeitraum der Eisheiligen.

Wer genau sind die fünf Eisheiligen?

Die Namenstage von Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und der „Kalten Sophie“ (Sophia) liegen zwischen dem 11. und 15. Mai. Seit Jahrhunderten gilt dieser Zeitraum als letzte Phase, in der polare Kaltluft nach Mitteleuropa strömen kann. Bauernregeln wie „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz“ werden von Generationen weitergegeben – auch wenn Bauernregeln alles andere als zuverlässig sind. Und wer sind nun die Eisheiligen genau?

Mamertus (11. Mai):  Mamertus lebte im 5. Jahrhundert und war Erzbischof von Vienne in Frankreich. Er führte die sogenannten Bittprozessionen ein, bei denen die Bevölkerung betend durch die Felder zog, um Schutz vor Naturkatastrophen zu erbitten. Diese Tradition verbreitete sich später in ganz Europa.

Pankratius (12. Mai): Pankratius war ein junger römischer Märtyrer, der der Überlieferung nach mit nur 14 Jahren während der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian hingerichtet wurde. Er soll sein Vermögen genutzt haben, um verfolgte Christen zu unterstützen. 

Servatius (13. Mai): Servatius war Bischof von Tongern-Maastricht im 4. Jahrhundert. Er galt als besonders fromm und soll sein Volk durch Gebet und Fasten vor drohenden Gefahren bewahrt haben. Ihm wird nachgesagt, er habe die Stadt vor den Hunnen bewahrt. In der Volksüberlieferung gilt Servatius als der strengste und frostgefährlichste der Eisheiligen.

Figur des St. Servatius im Servatiusstift in Augsburg. Der heilige Servatius ist einer der fünf Eisheiligen.
Figur des St. Servatius im Servatiusstift in Augsburg. Der heilige Servatius ist einer der fünf Eisheiligen.epd/imago

Bonifatius (14. Mai): Bonifatius war ein Märtyrer aus dem 3. oder frühen 4. Jahrhundert. Der Legende nach führte er zunächst ein ausschweifendes Leben, bevor er sich zum Christentum bekehrte. Er starb den Märtyrertod, indem er in siedendes Pech geworfen wurde. Sein Gedenktag markiert in vielen Bauernregeln den Höhepunkt der Kälteperiode. 

Sophia – die „Kalte Sophie“ (15. Mai) Sophia von Rom war eine Märtyrerin des 2. Jahrhunderts. Sie ist die einzige Frau unter den Eisheiligen und gilt als Abschluss der frostgefährlichen Tage. Erst nach ihrem Namenstag, so heißt es im Volksmund, sei der Frühling wirklich stabil.

Haben Sie die fünf Eisheiligen gekannt? Was halten Sie grundsätzlich von solchen Bauernregeln zum Wetter? Bitte schreiben Sie uns an leser-bk@berlinerverlag.com