In Blankenfelde Mahlow kommt man über die Kompetenz von Planern ins Grübeln: Am Bahnhof des Ortes verlief früher ein Bahnübergang mit Schranken über die Karl-Marx-Straße. Im Rahmen des Ausbaus der Dresdner Bahn wurde eine Unterführung errichtet. Doch fahren kann man auf der Unterführung nicht. Die Straße kommt einen halben Meter versetzt an der Anschlussstelle nach der Unterführung an. Der rbb berichtet über die Posse.
Straße aus Unterführung kommt zu tief an
„Die Straße aus dem Trog kommt ziemlich tief hier unten an“, berichtete der Bürgermeister der Gemeinde, Michael Schwuchow (SPD) vor Ort im Gespräch mit dem rbb. „Dort hinten verläuft die Straße deutlich höher. Dieser Bereich muss irgendwie höhenmäßig angepasst werden.“ So lange die fertige Unterfürung höhenmäßig nicht an das bestehende Straßennetz angepasst ist, kann keiner sie benutzen.
Der Bürgermeister schildert das Problem: Die Rampe kann nicht höher gelegt werden, die Kreuzung wegen der Leitungen darunter aber auch nicht tiefer. „Man hätte das deutlich früher planen können. Das hat die Deutsche Bahn nun mal leider nicht gemacht“, so Schwuchow.
Anwohner müssen langen Umweg fahren
Weil die Unterführung am Blankenfelder Bahnhof gesperrt ist, müssen Anwohner einen fast sieben Kilometer langen Umweg fahren und andere Unterführungen nutzen. Gegenüber dem rbb finden sie deutliche Worte: „Das können keine Studierten gewesen sein. Das weiß man doch vorher, was hier geschieht“, echauffierte sich ein Anwohner.
„Das ist ein Witz. Krass! Hier fehlen ein paar Meter und es passiert nichts“, ergänzt ein anderer. Immerhin haben Radfahrer und Fußgänger schon wieder freie Fahrt.
Der Bürgermeister ist ratlos: „Das versteht ja auch keiner. Denn es wird so minutiös alles genau geplant bis auf den letzten Baustein und hier an so einer Kreuzung verendet man“, sagt er.

Gemeinde will nun in Vorleistung gehen
Wer muss es nun richten? Laut Stadt ist die Bahn für den Anschluss an das Straßennetz zuständig. Die Bahn habe ihre Planungen mehrfach anpassen müssen, teilte diese auf Anfrage mit: „Um eine frühzeitige Teilöffnung für den Straßenverkehr zu ermöglichen, schlug die DB InfraGO eine Lösung vor. Diese hat die Gemeinde jedoch nicht angenommen.“
Die vorgelegten Pläne seien nicht genehmigungsfähig gewesen, erwiderte Bürgermeister Schwuchow. „Darauf wird dann aber auch nicht reagiert, sondern es kommen dann wieder die gleichen Pläne. Also die Kommunikation hakt ganz massiv. Das ist kein gutes Miteinander, sondern sehr qualvolles.“
Um den Bürgern wieder freie Fahrt zu ermöglichen, will die Gemeinde Blankenfelde nun in Vorleistung gehen und drei Millionen für den Umbau locker machen. Der Streit mit der Bahn werde aber weitergehen, so Schwuchow zum rbb: „Wir werden dann die Anteile, die der Bahn zuzuschreiben sind, in Form einer Rechnung der Deutschen Bahn zur Verfügung stellen.“


