Der kommende Sommer wird uns kräftig zum Schwitzen bringen! Und schuld daran ist ein Kind. Genauer gesagt: El Niño, das globale Klimaphänomen, dessen Name übersetzt tatsächlich „der Junge“ oder „das Kind“ bedeutet. Neue Wetter-Prognosen zeigen eine rasante Erwärmung im Pazifik. Für Deutschland bedeutet das vor allem eine mögliche Hitzewelle.
El Niño lässt Temperaturen hochschnellen
Die Modelle sind sich erstaunlich einig. Ein El Niño ist in diesem Jahr sehr wahrscheinlich. „Die Wahrscheinlichkeiten liegen zwischen 60 und 70 Prozent“, sagt Meteorologe Jan Schenk im „Focus“. Und selbst ein sogenannter Super‑El‑Niño sei möglich, wenn auch nur mit rund 25 Prozent Wahrscheinlichkeit. Doch selbst die normale Variante des Wetterphänomens reicht aus, um die Temperaturen hierzulande kräftig nach oben zu treiben.
Bei dem Klimaphänomen El Niño erwärmt sich ein Teil des Pazifiks, was unter gewissen Bedingungen zu Überschwemmungen in einigen Erdregionen und trockener Hitze mit Dürren in anderen führen kann.

Los geht's mit dem Temperatur-Schock laut Schenk schon im Mai, der kräftig aufdreht. „30 Grad sind im Mai auf jeden Fall möglich“, sagt der Wetter‑Experte im „Focus“. Auch der Juni dürfte warm starten, bevor die Hitze im Hochsommer weiter anzieht. Besonders der Juli könnte zum Schwitz-Monat werden. „Juli könnte ein richtig heißer Monat werden“, so Schenk.
Brütend heißer Sommer wie 2018 droht
Es könnte ein brütend heißer Sommer werden wie im Jahr 2018. Damals kletterte das Thermometer am 31. Juli in Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt auf bis zu 39,5 Grad, einer der höchsten jemals gemessenen Werte in Deutschland.
Auch Chef-Meteorologe Dominik Jung von wetter.Net erwartet in den Monaten Juni und Juli anhaltend hohe Temperaturen, die im Schnitt 1 bis 2 Grad über den Werten der Jahre 1991 bis 2020 liegen. Die 30‑Grad‑Marke werde mehrfach fallen, meint Jung in einer Wetterkolumne beim Portal „HNA“.
Doch mit der Hitze kommt auch die Kehrseite, es drohen Unwetter. Besonders warme Meeresoberflächen liefern der Atmosphäre zusätzliche Energie. „Das spricht für kräftige Gewitter und viel Regen“, erklärt Schenk. Konkrete Hochwasserlagen lassen sich zwar noch nicht vorhersagen, doch häufiger Starkregen und lokale Gewitter gelten als wahrscheinlich. Die Gewittersaison könnte intensiver ausfallen als in den vergangenen Jahren.
Nur der August bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Zwar deuten die Modelle auch hier auf Wärme, doch Veränderungen im El‑Niño‑Muster könnten das Bild noch verschieben.
So sind die Aussichten in der kommenden Woche
Und wie wird das Wetter in den nächsten Tagen? Schon am Montag, 20. April, zieht das regnerische Schmuddelwetter vom Norden und Nordosten langsam Richtung Mitte. Es ist aber längst nicht mehr so heftig, beruhigt Meteorologe Markus Übel vom Deutschen Wetterdienst.

Im Süden kann es noch einzelne Schauer geben, sogar mit Blitz und Donner. Doch dazwischen zeigt sich eine breite sonnige Zone: „In einem Streifen von Rheinland-Pfalz über Südhessen und Baden-Württemberg bis nach Franken zeigt sich auch mal länger die Sonne“, schreibt Übel. Und auch der Norden darf aufatmen: „Nach Abzug des Regens wird es ab dem Nachmittag auch ganz im Norden wieder sonnig.“ Die Temperaturen klettern auf 10 bis 18 Grad.
In der Nacht zum Dienstag soll der Regen dann komplett verschwinden. Der Norden wird laut DWD „richtig sonnig“, während in der Mitte und im Süden ein paar Quellwolken herumziehen dürfen. Die Temperaturen liegen zwischen 11 und 18 Grad. Es wird also mild, aber noch nicht sommerlich.
Und es geht sonnig weiter: „Mittwoch und Donnerstag gestalten sich ebenfalls freundlich mit viel Sonnenschein und keinen Niederschlägen“, so Übel. Die Tage werden wärmer, die Nächte bleiben frisch.

