Bye-bye Eiseskälte

Frühstart in den Sommer: Deutschland erlebt Wärme-Schub

Wetter-Experten erwarten für die nächsten Wochen frühsommerliche Temperaturen. Doch während wir jubeln, schlägt die Trockenheit zu.

Author - Stefan Henseke
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Meteorologe Dominik Jung verspricht, dass es zur Wochenmitte wieder wärmer wird, der Frühling zurückkehrt.
Meteorologe Dominik Jung verspricht, dass es zur Wochenmitte wieder wärmer wird, der Frühling zurückkehrt.wetter.net/youtube

Endlich! Der letzte widerspenstige Hauch des kalten Winters, der sich hartnäckig gegen den Frühling wehrte, scheint endgültig eingeschlafen zu sein. Kälte adé, sagt Dominik Jung, der Chef-Meteorologe von wetter.net. Ab Mittwoch wird es rasch wärmer. Was Kleingärtner und Landwirte nicht freuen wird: Die Wärme kommt, doch der Regen schmollt und zeigt uns die kalte Schulter.

Fallen in diesem Jahr die Eisheiligen aus?

Dominik Jung verspricht, dass es in den nächsten Tage rasch wieder wärmer werden wird. Schon ab Donnerstag seien flächendeckend über 15 Grad drin. Für den Westen Deutschlands sagt der Meteorologe sogar bis zu 20, vielleicht 21 Grad voraus.

Auch in Berlin wird es wärmer. Ein früher Sommer ist Ende April nicht auszuschließen. Dominik Jung spricht davon, dass es dann sogar für Temperaturen von über 25 Grad reichen könnte. Kälteeinbrüche seien kaum noch zu erwarten. Vielleicht fallen die Eisheiligen (11. bis 15. Mai) in diesem Jahr ja aus.

Was die einen freut, ärgert die anderen. Besonders Kleingärtner und Landwirte. Denn der Regen macht sich rar. Und das nicht erst in diesen Tagen. „Die Lage ist sehr angespannt“, sagt der Experte von wetter.net. Auf einen trockenen Winter folgte ein sehr trockener März. Und auch der April kommt mit dem Regen nicht aus dem Knick.

Seit 1880 gab es nur zwei noch trockenere April-Monate als bisher. „Vor allen Dingen der Nordosten und Osten trocknet aus“, sagt Jung. Besonders dürre ist das Land entlang der polnischen Grenze. Von Mecklenburg-Vorpommern runter über Brandenburg bis nach Sachsen. Nur im Westen und Nordwesten ist die Lage deutlich entspannter.

Auch im Englischen Garten in München konnte man in diesem Jahr schon in der Sonne sitzen und ein Bierchen genießen.
Auch im Englischen Garten in München konnte man in diesem Jahr schon in der Sonne sitzen und ein Bierchen genießen.Wolfgang Maria Weber/imago

Und die ersten Langfristprognosen des amerikanischen Wettermodells CFS zeigen kaum Änderung. „Der Mai wird 1 bis 2 Grad wärmer als üblich“, sagt Dominik Jung. Auch der Juni sieht zu trocken und relativ warm aus, 1 bis 2 Grad über Normal.

Alles sieht nach einem Frühstart in den Sommer aus. Aber es gibt natürlich ein großes Aber. „Das sind alles keine konkreten Wettervorhersagen, sondern klimatologische Abschätzungen“, erklärt der Wetter-Experte. „Ob es wirklich so kommt, muss man am Ende abwarten.“

So wird das Wetter bis Sonntag

Ab Dienstag geht es dann mit den Temperaturen Richtung Wärme. Im Westen gibt es schon mehr Sonnenschein, im Osten und Südosten noch dichtere Wolken. Doch die Temperaturen steigen schon bis auf 16 Grad. Nur Bayern darf bei 8 Grad bibbern.

Am Mittwoch wird es dann flächendeckend schon wieder ganz freundlich, wie Dominik Jung sagt. Mal Sonne, mal Wolken, die Temperaturen steigen auf 12 bis 17 Grad, in Berlin und Brandenburg werden es 16 Grad.

Die zweite Wochenhälfte wird noch ein bischen wärmer. Am Donnerstag springen die Temperaturen auf bis zu 21 Grad, Berlin und Brandenburg müssen sich mit 18 Grad begnügen. Im Nordwesten kann es auch mal einen kurzen Regenschauer geben.

Der Freitag zeigt sich ein bisschen wechselhaft Richtung Südosten. Bei 12 bis 20 Grad. Und der Blick aufs Wochenende sieht doch ganz passabel aus, sagt Dominik Jung. Bei 14 bis 19 Grad, besonders am Samstag gibt es viel Sonne. Es wird frühlingshaft mild.

Was ist Ihr Lieblingswetter? Mögen Sie es gerne heiß? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.