DHL-Solarschiff

Päckchen kommen in Köpenick jetzt per Solarschiff

DHL setzt auf Transport auf der Spree und nimmt sein zweites Solar-Schiff in Köpenick in Betrieb

Author - Stefanie Hildebrandt
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Das DHL-Paketschiff fährt von Köpenick zur Oberbaumbrücke.
Das DHL-Paketschiff fährt von Köpenick zur Oberbaumbrücke.dpa

Paketauslieferung per Schiff: Im Osten der Stadt nimmt der Logistikkonzern DHL ein weiteres Solarboot dafür in Betrieb – mit einiger Verzögerung.

Von Köpenick bis zum Osthafen

Dreieinhalb Jahre nach dem Start eines ersten solarbetriebenen Paketschiffs auf der Spree nimmt der Logistikkonzern DHL eine zweite Route im Osten der Stadt auf. Die Tour des neuen Post-Boots führt von Köpenick über drei Haltestationen bis zum Osthafen nahe der Oberbaumbrücke, wie das Unternehmen mitteilt.

Die Pakete kommen demnach per Lastwagen nach Köpenick, werden dort aufs Schiff geladen und dann an Packstationen an den Haltepunkten abgeladen. Dort können die jeweiligen Empfänger sie abholen.

Auch ohne Sonne 15 Stunden fahrbereit

Das eingesetzte Schiff ist knapp 20 Meter lang und gut fünf Meter breit. Es wird vollständig mit Solarenergie betrieben und kann bis zu 1500 Pakete laden. „Mit Sonne ist die Fahrtdauer unbegrenzt, ohne Sonne kann das Schiff zwölf bis 15 Stunden fahren“, heißt es. Gebaut wurde das Schiff von der Reederei Solarwaterworld aus Berlin.

Die DHL Group erweitert mit dem Solarschiff ihren emissionsfreien Pakettransport auf dem Wasser in Berlin.
Die DHL Group erweitert mit dem Solarschiff ihren emissionsfreien Pakettransport auf dem Wasser in Berlin.dpa

„In einer wachsenden Stadt mit zunehmendem Lieferverkehr müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Straßen zu entlasten, Lärm zu reduzieren und Emissionen zu vermeiden“, teilte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) mit.

Das erste Solarschiff ist seit Herbst 2022 im Einsatz und fährt von Spandau über mehrere Stationen bis Westhafen. Die zweite Route im Osten Berlins sollte eigentlich schon im Jahr 2024 in Betrieb gehen. Doch die Genehmigungsverfahren für die einzelnen Stationen zogen sich deutlich in die Länge. Noch immer liegen etwa im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg keine Genehmigungen für Packstationen entlang der Spree vor.

Damit die Zustellung per Schiff wirtschaftlich zu betreiben ist, braucht es laut dem DHL-Leiter der Berliner Niederlassung Paket pro Route zehn bis zwölf Haltepunkte mit solchen Stationen. Auf der zweiten Route sind es bisher nur drei.

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