Briefe und Pakete sorgen in Deutschland für so viel Ärger wie noch nie. Denn noch nie haben sich so viele Verbraucher über die Post und ihre Wettbewerber beschwert wie im Jahr 2025.
Ein Viertel mehr Beschwerden als 2024
Laut Bundesnetzagentur gingen im vergangenen Jahr 55.395 Beschwerden zu Postdienstleistungen ein. Das ist ein Viertel mehr als 2024. Damals waren es 44.406 gewesen.
Zur Erinnerung: Seit dem 1. Januar 2025 gelten folgende gesetzliche Laufzeiten für Briefe: 95 Prozent aller Briefe müssen spätestens am dritten Werktag, 99 Prozent spätestens am vierten Werktag zugestellt werden. So weit die Theorie.
Bei den Beschwerden geht es um Briefe und Pakete, die beschädigt ankommen oder beim falschen Adressaten landen. Weitere Kritikpunkte sind Sendungen, die zu lange brauchen, sowie Filialöffnungszeiten und Briefkästen. 90 Prozent der Beschwerden entfallen laut Bundesnetzagentur auf den Marktführer DHL, der im Inland als Deutsche Post auftritt.
Insgesamt wurden in Deutschland 9,4 Milliarden Briefe und 4,5 Milliarden Pakete verschickt. Das bedeutet, dass der Anteil der Beschwerden gemessen an der Gesamtmenge klein ist. Deshalb sagt die Deutsche Post: „Die Postversorgung in Deutschland funktioniert sehr gut. Das zeigt sehr deutlich, dass es kein strukturelles Qualitätsproblem gibt.“

Aber: Das Beschwerdeniveau ist deutlich höher als noch vor einigen Jahren. 2021 waren bei der Bundesnetzagentur rund 15.000 Beschwerden eingegangen, 2022 schnellte der Wert auf rund 43.000 nach oben, was die Post unter anderem mit einem hohen Covid-Krankenstand und einem angespannten Arbeitsmarkt begründete. Kritiker sagten, die Personaldecke sei zu dünn. Auch wenn die Post Besserung versprach, sanken die Beschwerdezahlen in den vergangenen Jahren danach nicht wesentlich.




