Die Gewalt in Berlin nimmt kein Ende. In der Nacht zu Mittwoch kam es innerhalb kürzester Zeit zu zwei Messerstechereien: Der erste Vorfall ereignete sich in Neukölln, der zweite in Moabit. Unser KURIER-Nachtreporter war kurz nach den Taten vor Ort und hat uns berichtet, was bisher bekannt ist.
Blutspur über 50 Meter nach Messerangriff in Neukölln
Gegen 3 Uhr am frühen Mittwochmorgen wurden Rettungskräfte und die Berliner Polizei zur Elsenstraße Ecke Harzer Straße in Neukölln gerufen. Dort wurde eine schwer verletzte Person mit mehreren Stichverletzungen unweit einer Bar in einem Wohngebiet auf der Straße vorgefunden. Der 31-Jährige wurde mit Stichverletzungen am Unterarm, am Kopf sowie im Brustbereich in ein Krankenhaus gebracht.

Nach derzeitigem Stand besteht keine Lebensgefahr. Aber der Anblick des Tatorts ist nichts für schwache Nerven: Eine Blutspur des Verletzten verläuft über ungefähr 50 Meter.

Die Kriminalpolizei hat die Spuren vor Ort gesichert und die Ermittlungen übernommen, auch eine Hundertschaft der Berliner Polizei war im Einsatz. Was hier genau vorgefallen ist, müssen die Ermittlungen zeigen. Aktuell ist noch offen, ob es sich um eine private Auseinandersetzung oder vielleicht Organisierte Kriminalität gehandelt hat – die zuletzt auch im Bezirk Neukölln überhandgenommen hat.
Messerstecherei in Moabiter Kneipe
Rund eine Stunde später, gegen 4 Uhr, kam es in der Kneipe Zur Quelle in der Straße Alt‑Moabit zu einer weiteren Messerstecherei, bei der mehrere Menschen verletzt wurden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei soll es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einem 25‑jährigen Mann und der Wirtin des Lokals gekommen sein. Ein 30‑Jähriger versuchte demnach, den Streit zu schlichten.
Die Auseinandersetzung eskalierte jedoch und verlagerte sich vor das Lokal auf den Gehweg. Dort soll der 25‑Jährige den 30‑Jährigen mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Alarmierte Rettungskräfte brachten den Schwerverletzten in ein Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Nach Beobachtungen unseres Nachtreporters blutete eine weitere Person stark an Kopf und Händen, eine dritte Person wurde leicht verletzt.

Der mutmaßliche Täter, der selbst verletzt war und vor Ort einen Kopfverband erhielt, wurde von Einsatzkräften festgenommen und in Polizeigewahrsam gebracht. Unser Nachtreporter schildert, dass der Mann vor der Abführung betrunken gewirkt und sich zwischenzeitlich über die Arbeit der Polizisten lustig gemacht habe.

Die Kriminalpolizei nahm am frühen Mittwochmorgen mit zwei Teams die Tatortarbeit auf. Die Ermittlungen wurden inzwischen von der 1. Mordkommission des Landeskriminalamtes sowie der Staatsanwaltschaft Berlin übernommen. Feuerwehr und Polizei waren mit einem größeren Aufgebot im Einsatz, der Bereich rund um die Kneipe wurde weiträumig abgesperrt.

