Gewalt in Berlin

Blutige Nacht in Berlin: Zwei Messerstechereien kurz hintereinander

Zu den Attacken kommt es in Neukölln und Moabit. Mehrere Verletzte, Polizei mit Großaufgebot im Einsatz.

Author - Sharone Treskow
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In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kam es in Berlin zu zwei Messerstechereien. Die erste ereignete sich in Neukölln, die zweite in Moabit in einer Kneipe.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kam es in Berlin zu zwei Messerstechereien. Die erste ereignete sich in Neukölln, die zweite in Moabit in einer Kneipe.Olaf Wagner

Die Gewalt in Berlin nimmt kein Ende. In der Nacht zu Mittwoch kam es innerhalb kürzester Zeit zu zwei Messerstechereien: Der erste Vorfall ereignete sich in Neukölln, der zweite in Moabit. Unser KURIER-Nachtreporter war kurz nach den Taten vor Ort und hat uns berichtet, was bisher bekannt ist.

Blutspur über 50 Meter nach Messerangriff in Neukölln

Gegen 3 Uhr am frühen Mittwochmorgen wurden Rettungskräfte und die Berliner Polizei zur Elsenstraße Ecke Harzer Straße in Neukölln gerufen. Dort wurde eine schwer verletzte Person mit mehreren Stichverletzungen unweit einer Bar in einem Wohngebiet auf der Straße vorgefunden. Der 31-Jährige wurde mit Stichverletzungen am Unterarm, am Kopf sowie im Brustbereich in ein Krankenhaus gebracht.

Eine Polizeihundertschaft sowie die Kriminalpolizei waren vor Ort.
Eine Polizeihundertschaft sowie die Kriminalpolizei waren vor Ort.Olaf Wagner

Nach derzeitigem Stand besteht keine Lebensgefahr. Aber der Anblick des Tatorts ist nichts für schwache Nerven: Eine Blutspur des Verletzten verläuft über ungefähr 50 Meter.

Eine von mehreren Blutlachen am Tatort. Die Spur erstreckte sich über 50 Meter.
Eine von mehreren Blutlachen am Tatort. Die Spur erstreckte sich über 50 Meter.Olaf Wagner

Die Kriminalpolizei hat die Spuren vor Ort gesichert und die Ermittlungen übernommen, auch eine Hundertschaft der Berliner Polizei war im Einsatz. Was hier genau vorgefallen ist, müssen die Ermittlungen zeigen. Aktuell ist noch offen, ob es sich um eine private Auseinandersetzung oder vielleicht Organisierte Kriminalität gehandelt hat – die zuletzt auch im Bezirk Neukölln überhandgenommen hat.

Messerstecherei in Moabiter Kneipe

Rund eine Stunde später, gegen 4 Uhr, kam es in der Kneipe Zur Quelle in der Straße Alt‑Moabit zu einer weiteren Messerstecherei, bei der mehrere Menschen verletzt wurden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei soll es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einem 25‑jährigen Mann und der Wirtin des Lokals gekommen sein. Ein 30‑Jähriger versuchte demnach, den Streit zu schlichten.

Die Auseinandersetzung eskalierte jedoch und verlagerte sich vor das Lokal auf den Gehweg. Dort soll der 25‑Jährige den 30‑Jährigen mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Alarmierte Rettungskräfte brachten den Schwerverletzten in ein Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Nach Beobachtungen unseres Nachtreporters blutete eine weitere Person stark an Kopf und Händen, eine dritte Person wurde leicht verletzt.

Der Bereich rund um die Kneipe, wo die Messerstecherei stattgefunden hatte, wurde weitläufig abgesperrt.
Der Bereich rund um die Kneipe, wo die Messerstecherei stattgefunden hatte, wurde weitläufig abgesperrt.Olaf Wagner

Der mutmaßliche Täter, der selbst verletzt war und vor Ort einen Kopfverband erhielt, wurde von Einsatzkräften festgenommen und in Polizeigewahrsam gebracht. Unser Nachtreporter schildert, dass der Mann vor der Abführung betrunken gewirkt und sich zwischenzeitlich über die Arbeit der Polizisten lustig gemacht habe.

Einer der mutmaßlichen Täter und Verletzten machte sich über die Arbeit der Polizisten lustig.
Einer der mutmaßlichen Täter und Verletzten machte sich über die Arbeit der Polizisten lustig.Olaf Wagner

Die Kriminalpolizei nahm am frühen Mittwochmorgen mit zwei Teams die Tatortarbeit auf. Die Ermittlungen wurden inzwischen von der 1. Mordkommission des Landeskriminalamtes sowie der Staatsanwaltschaft Berlin übernommen. Feuerwehr und Polizei waren mit einem größeren Aufgebot im Einsatz, der Bereich rund um die Kneipe wurde weiträumig abgesperrt.

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