Nach Tagen voller Angst vor einer Eskalation im Nahen Osten gibt es plötzlich ein Aufatmen: Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich die Lage etwas entspannt. In der Nacht zum Mittwoch wurde überraschend eine zweiwöchige Feuerpause vereinbart. Doch was bedeutet das jetzt für die Preise an der Tankstelle?
Märkte reagieren auf Entspannung im Nahen Osten
Und die Märkte? Reagierten sofort – und deutlich. Der Ölpreis rauschte nach unten. Die wichtige Nordseesorte Brent fiel kurz nach der Ankündigung um bis zu 16 Prozent. Auch die US-Sorte WTI verlor kräftig. Zwar bleiben die Preise weiterhin deutlich höher als vor Beginn der Angriffe Ende Februar – doch die Richtung stimmt erstmal.
Der Grund für die Erleichterung: Iran kündigte an, die wichtige Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Diese Meerenge ist eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel. Wird sie blockiert, steigen die Preise – wird sie geöffnet, sinken sie.
Auch an den Börsen sorgt die Nachricht für gute Stimmung. In Asien schossen die Kurse nach oben: Der japanische Leitindex legte über vier Prozent zu, in Südkorea ging es sogar noch stärker nach oben. Ein klares Signal: Die Angst vor einer großen Krise lässt nach.

Sinkende Ölpreise sind grundsätzlich ein Signal für fallende Spritpreise. Wenn Rohöl günstiger wird, können auch Benzin und Diesel nachziehen.
Aber ganz so schnell passiert das meist nicht. Experten gehen davon aus, dass sich Preisbewegungen oft mit Verzögerung an den Tankstellen bemerkbar machen. Außerdem spielen auch andere Faktoren eine Rolle – etwa Steuern, Transportkosten oder die Nachfrage.
Entlastung kommt – aber nur langsam
Kurz gesagt: Die Preise könnten in den nächsten Tagen leicht sinken – ein schneller Absturz an der Zapfsäule ist aber eher unwahrscheinlich. Trotz des aktuellen Rückgangs liegt der Ölpreis immer noch deutlich über dem Niveau von vor Beginn der Angriffe. Das heißt: Billig wird Tanken erstmal nicht.


