Benzin und Diesel werden teurer und teurer. Auch über Ostern kannte der Preis nur eine Richtung – steil nach oben. Diesel war am Ostersonntag deutschlandweit teuer wie nie zuvor. Autofahrer suchten verzweifelt nach Tankstellen, wo der Sprit ein paar Cent billiger ist. Die Auswirkungen bekam am Montagnachmittag eine Tanke an Berlins Stadtgrenze zu spüren. Hier hieß es: „Kein Super E10 und Super E5 mehr!“
HEM Schönefeld: Am Montag waren E5 und E10 ausverkauft
Die HEM-Tankstelle (Waltersdorfer Chaussee 24, Schönefeld) an der Auffahrt zur A113 ist oft eine der günstigsten im Bereich Schönefeld, Berlin-Altglienicke und Berlin-Rudow, berichtet der Tagesspiegel. Der Zeitung erzählte ein Angestellter, dass am Montagvormittag so viele E10 und E5 tankten, dass das Benzin aufgebraucht wurde. Am Morgen lag hier der Preis für E10 bei 2,199 Euro.
Erst am Nachmittag kam wieder Nachschub. Im Vergleich zum Montag sind die Spritpreise am Dienstagmorgen etwas gesunken. E10 kostet beim HEM in Schönefeld nun 2,169, Diesel 2,439 Euro.
Das sind die günstigsten Tankstellen in der Region
Damit ist diese Tankstelle aber nicht die günstigste in der Region. Laut clever-tanken.de liegen bei E10 drei nahegelegene Tankstellen im Berliner Stadtgebiet (Treptow-Köpenick) vorne. Bei Star (Adlergestell 391) und CleanCar (Glienicker Weg 182) kostet E10 am Morgen 2,069 Euro, bei HEM (Adlergestell 305) 2,099 Euro.
Diese drei Tankstellen sind auch die günstigsten Anbieter für Diesel im Umkreis. Der Liter kostet hier 2,379 oder 2,389 Euro.
Diesel erreichte laut ADAC am Ostersonntag im bundesdeutschen Durchschnitt mit 2,440 Euro pro Liter erneut ein Allzeithoch – der vierte Rekordtag in Folge. Auch Benzin wurde teurer und lag im Schnitt bei 2,191 Euro, dem höchsten Wert des Jahres. Super E10 bleibt zwar knapp unter dem Rekord von 2022, doch der Trend zeigt klar nach oben.
Öl-Multis kassieren Risiko-Zuschlag
Seit vergangenem Mittwoch dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Eigentlich sollte die neue Regelung für mehr Transparenz sorgen. Doch obwohl Preissenkungen jederzeit möglich wären, geht es seit Tagen fast ausschließlich bergauf.
Der ADAC erklärt, der jüngste Preissprung sei nur teilweise durch steigende Rohölpreise zu erklären. Zwar war der Ölpreis kurzfristig von 100 auf 110 Dollar gestiegen, doch über Ostern gab es wegen geschlossener Handelsplätze keine neuen Impulse.
Der Automobilclub sieht sich deshalb in seiner Vermutung bestätigt: Mineralölkonzerne nutzten die neue Einmal-Anhebungsregel offenbar für einen „Risikozuschlag“. Das Bundeskartellamt und die Länderbehörden müssten nun prüfen, ob die Unternehmen die Lage ausnutzen.

Die Regeländerung war Teil des ersten Maßnahmenpakets der Bundesregierung in der Energiekrise. Eine Spritpreis-Taskforce hatte vor Ostern weitere Entlastungen wie Steuersenkungen oder einen Preisdeckel zunächst ausgeschlossen und wollte die Lage weiter beobachten.
Doch aus der Politik wächst der Druck. „Der Rohölpreis schießt durch die Decke, weil US-Präsident Trump weiter eskaliert“, erklärte der CDU-Abgeordnete Müller. Müller fordert schnelle Hilfen für Familien, Pendler und den Mittelstand. Denkbar seien Entlastungen über die Kfz-Steuer für kleine und mittlere Einkommen sowie Betriebe.


