Verkehrskollaps mit Ansage

Köpenicker Brücke muss für Sanierung bis zu sechs Wochen gesperrt werden

Die Köpenicker-Allee-Brücke ist marode. S3-Ausfall, Vollsperrung, Umleitungen: Was Berlin 2027 erwartet – und warum ein Abriss trotzdem kommt.

Author - Stefan Henseke
Teilen
Auch die Köpenicker-Allee-Brücke ist marode und muss saniert werden.
Auch die Köpenicker-Allee-Brücke ist marode und muss saniert werden.SenMVKU

Die nächste Brücke in Berlin-Köpenick ist marode – das Bauwerk direkt am S-Bahnhof Wuhlheide muss saniert werden, da sich der Zustand rapide verschlechtert hat. Mit fatalen Folgen: Die S-Bahnlinie S3 wird wochenlang nicht fahren können, Autos werden weiträumig umgeleitet. 

Köpenick: Brücke muss bis zu sechs Wochen gesperrt werden

Die Köpenicker-Allee-Brücke an der Rudolf-Rühl-Allee ist Teil einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen Friedrichsfelde/Karlshorst und Köpenick. Unter der Brücke verlaufen je zwei S- und Fernbahngleise sowie ein Zugang vom S-Bahnhof zum FEZ.

„Nach aktueller Planung ist eine Vollsperrung Mitte 2027 geplant. Die Brückenverbindung muss für die Instandsetzungsarbeiten vier bis sechs Wochen gesperrt werden“, erklärt Michael Herden von der Senatsverkehrsverwaltung in der Berliner Morgenpost. Auch Sperrpausen für die S- und Fernbahn wurden schon angemeldet.

Problematisch für Autofahrer: Richtung Alt-Köpenick gibt es eigentlich nur eine alternative Ausweich-Route – und die führt an der abgerissenen Brücke An der Wuhlheide vorbei.

Doch die Riesen-Kreuzung dort ist bis heute ein Provisorium. Noch immer ist nicht klar, wie die Verkehrsflüsse hier optimal geleitet werden sollen. Sogar ein Kreisverkehr war schon im Gespräch.

Köpenicker-Allee-Brücke wurde im Jahr 1900 gebaut

Eine Umleitung über die Köpenicker Straße macht dagegen während der Vollsperrung kaum Sinn. Denn dann landet man im schon seit Jahren andauernden Baustellenchaos am S-Bahnhof Köpenick.

Die Köpenicker‑Allee‑Brücke ist ein echtes Berliner Urgestein. Gebaut im Jahr 1900, damals noch als dreifeldrige Stahlkonstruktion über die Gleise von S‑ und Fernbahn, trägt sie bis heute täglich Tausende Autos – und hat inzwischen ordentlich Patina angesetzt.

Über die Köpenicker-Allee-Brücke führt die Rudolf-Rühl-Allee. Die Brücke trägt den alten Namen, weil die Straße hier früher Köpenicker Allee hieß.
Über die Köpenicker-Allee-Brücke führt die Rudolf-Rühl-Allee. Die Brücke trägt den alten Namen, weil die Straße hier früher Köpenicker Allee hieß.SenMVKU

Die Brücke ist ein Stückelwerk. Der Überbau besteht aus einem Stahlträgerrost mit Buckelblechen, typisch für die Zeit. In den 1920er-Jahren wurde sie auf der Südseite um ein Brückenfeld  verlängert. Heute kommt die Brücke auf rund 36 Meter Länge und 10,10 Meter Breite – nicht gerade üppig für den modernen Verkehr.

Trotz Sanierung muss die Brücke später abgerissen werden

1985 mussten die Konstrukteure erneut ran: Wegen der Elektrifizierung der Fernbahn wurde der komplette Überbau angehoben. Seitdem bietet die Brücke eine lichte Höhe von etwa 5,3 Metern über der S‑Bahn und 5,4 Metern über der Fernbahn.

Unter den Brücke fährt die S-Bahnlinie S3 Richtung Erkner.
Unter den Brücke fährt die S-Bahnlinie S3 Richtung Erkner.SenMVKU

Bei der Sanierung werden der Fahrbahnbelag erneuert, die Brücke abgedichtet und neue Geländer montiert. Noch eine schlechte Nachricht zum Schluss: Die Sanierung verhindert einen Komplettabriss der Köpenicker-Allee-Brücke  nicht, sondern schiebt ihn nur auf. „Durch die Instandsetzung soll der erforderliche Zeitraum bis zum geplanten Ersatzneubau abgesichert werden“, heißt es von der Verkehrsverwaltung.

Was sagen Sie zu den Köpenicker Bauplänen? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.