Die BVG rüstet auf – und zwar elektrisch. An der Köpenicker Landstraße entsteht Berlins erster reiner Elektrobus‑Betriebshof. Ein Mammutprojekt auf 44.000 Quadratmetern. Wo früher Industriehallen standen, sollen ab 2027 rund 200 E‑Busse laden, parken und gewartet werden. Die ersten Bagger rollten schon im März 2025 an.
BVG: 500 Elektrobusse bis 2027
Die BVG steigt Schritt für Schritt auf Elektromobilität um. Heute fahren bereits 280 Elektrobusse durch die Stadt. Bis 2027 soll rund ein Drittel der insgesamt 1500 Busse elektrisch unterwegs sein. Möglich macht das das Projekt „BIG2025“ – eine Großbestellung von Elektrobussen, gefördert mit 195 Millionen Euro vom Bund.
Gebaut wird in Berlin-Schöneweide, an der Minna-Todenhagen-Brücke. Ein altes Industriegelände. Hier entsteht der erste komplette Neubau eines BVG-Busbetriebshofs seit fast 60 Jahren. Kosten: rund 120 Mio. Euro.
44.000 Quadratmeter mit Platz für eine Werkstatt- und Servicehalle, Verwaltungsgebäude sowie Lade- und Abstellflächen für 200 Elektrobusse. Doch bevor die Zukunft anrollen kann, muss die Vergangenheit weichen. Das Gelände war voller Altlasten.
„Altlasten können den Zeitplan sprengen“, erklärt Projektleiter Julian Hennig von Drees & Sommer. „Wir mussten jeden Schritt eng abstimmen.“ Für den Bau einer Ladeinfrastruktur sind umfangreiche Tiefbauarbeiten erforderlich. Rund 9000 Betonsäulen wurden in den Boden gerammt, um das Areal zu stabilisieren.
BVG baut zwei weitere Betriebshöfe
Auch das Entwässerungssystem ist ein Hightech‑Projekt. Weil große Teile des Hofs versiegelt werden müssen, braucht es eine clevere Lösung für Regenwasser. Das neue System leitet das Wasser über ein Rückhaltebecken in die Spree – vorgereinigt, fast Trinkwasserqualität.
Die notwendigen Tiefbauarbeiten brachten jedoch auch Vorteile mit sich: „Von der Umgestaltung profitiert nicht nur der öffentliche Nahverkehr, sondern das gesamte Areal“, sagt Hennig.

Und die BVG baut weiter. In der Säntisstraße in Marienfelde und an der Rummelsburger Landstraße entstehen zwei weitere Betriebshöfe. Bestehende Standorte werden nach und nach umgerüstet.


