Achtung, Autofahrer!

Billiger Sprit, hohe Strafen: Polens harte Verkehrsregeln

Wer zum Billigtanken nach Polen fährt, kann leicht seinen Führerschein verlieren.

Author - Stefan Doerr
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Wie hier in Leknica bilden sich vor polnischen Tankstellen in Grenznähe lange Schlangen. Viele Berliner und Brandenburger fahren zum Tanken nach Polen.
Wie hier in Leknica bilden sich vor polnischen Tankstellen in Grenznähe lange Schlangen. Viele Berliner und Brandenburger fahren zum Tanken nach Polen.Frank Hammerschmidt/dpa

Viele Berliner und Brandenburger kennen den Trick: Ein kurzer Abstecher hinter die polnische Grenze, einmal volltanken und schon sind ein paar Euro gespart. Angesichts der hohen Spritpreise in Deutschland wirkt Polen wie ein Paradies für Autofahrer. Doch der günstige Tankstopp kann schnell zur sehr teuren Lektion werden. Denn auf polnischen Straßen gelten deutlich strengere Bußgeldregeln als hierzulande.

Besonders teuer wird es in Polen für Raser

Wer glaubt, dass man mit ein paar km/h zu viel auf dem Tacho auch im Nachbarland Polen glimpflich davonkommt, irrt gewaltig. Denn seit der Verschärfung des Bußgeldkatalogs in Polen im August 2025 kann schon eine geringe Geschwindigkeitsüberschreitung spürbar ins Geld gehen. Und Ausländer werden oft direkt vor Ort abkassiert, warnt der ADAC!

Eine Überschreitung bis 30 km/h kostet bis zu 93 Euro. Richtig teuer wird es ab 50 km/h: Dann drohen Bußgelder ab 1170 Euro (vor der Bußgeldreform: 380 Euro) und in manchen Fällen sogar der sofortige Führerscheinentzug für drei Monate. Wer also mit Tempo 80 durch eine 30er-Zone rast, ist den Führerschein los und muss viel Geld zahlen.

In Berlin sind die Spritpreise zuletzt massiv in die Höhe geschnellt (Symbolbild).
In Berlin sind die Spritpreise zuletzt massiv in die Höhe geschnellt (Symbolbild).Joko/Imago

Auch beim Thema Alkohol versteht Polen keinen Spaß. Während in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit ab 0,5 Promille beginnt, liegt die Grenze in Polen bereits bei 0,2 Promille. Wer mit 0,2 bis 0,5 Promille erwischt wird, muss mit Geldstrafen ab etwa 600 Euro rechnen. Ab 0,5 Promille wird es strafrechtlich relevant: Dann drohen mehrere tausend Euro Strafe, Fahrverbot oder sogar Haft. Besonders drastisch: Das Fahrzeug kann im Extremfall beschlagnahmt werden. Die Regeln gelten übrigens auch für Radfahrer!

Ein weiteres Risiko lauert beim Griff zum Handy. Damit Rettungskräfte nicht behindert werden, wurde ein Fotografierverbot an Unfallstellen oder in ähnlichen Situationen verhängt. Wer dagegen verstößt, muss mit Strafen in Höhe von 4600 Euro und Arreststrafen von fünf bis 30 Tagen rechnen.

Auch scheinbar kleinere Vergehen sind kein Kavaliersdelikt. Falschparken kann mit 20 bis 150 Euro zu Buche schlagen, fehlendes Licht am Tag kostet etwa 25 Euro. Wer keinen Sicherheitsgurt anlegt, zahlt rund 25 Euro pro Person. Besonders Familien sollten aufpassen: Auch für ungesicherte Kinder werden zusätzliche Strafen erhoben.

Für viele Grenzpendler und Schnäppchenjäger bleibt der Trip nach Polen verlockend. Aber wer nur auf den Spritpreis schaut, kann am Ende draufzahlen. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und die Ersparnis ist dahin.