Die Zukunft der Fischerpinte am Plötzensee in Berlin-Wedding steht auf der Kippe. Nach dem Tod des Pächters fürchten viele, dieser besondere Ort am Wasser könnte sang- und klanglos verschwinden. Nun erklärt der Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen in Mitte, Christopher Schriner, wie sich sein Amt die Zukunft der Kult-Kneipe vorstellt.
Fischerpinte soll weiter öffentlicher Ort sein
Über viele Jahrzehnte sei die Fischerpinte am Plötzensee ein beliebter Ort der Erholung und der Geselligkeit gewesen, schreibt Schriner in einer Mitteilung. „Nach dem Tod des Pächters sucht das Bezirksamt Mitte nun nach einer Lösung, die sowohl den Wünschen nach einem Weiterbestehen als auch den Belangen einer nachhaltigen Nutzung der Grünanlage berücksichtigt.“
Zu Lebzeiten des Pächters hatte das Bezirksamt bereits versucht, eine Lösung für eine umweltverträgliche Zukunft der Pinte zu finden. Ideen und Konzepte für eine Umweltbildungsstätte standen im Raum. Doch fest eingetütet wurde bis heute nichts.

Zur aktuellen Situation der Pinte sagt Schriner: „Aktuell besteht die Situation, dass dem Bezirk das Grundstück gehört, die bestehenden baulichen Anlagen aber nicht im Eigentum des Bezirkes liegen. Laut Mietvertrag besteht die Verpflichtung mit Ende der Pacht, sämtliche Gebäude und baulichen Einrichtungen zurückzubauen. Mit dem Tod des Pächters gehen entsprechende Verpflichtungen auf die Erben über.“
Der Nachlass wird noch durch das zuständige Amtsgericht geklärt. Ein direkter Erbe des Pächters hatte das Erbe bereits ausgeschlagen. „Bis zur Feststellung der Eigentumsverhältnisse fungiert das Amtsgericht als Ansprechpartner für das Bezirksamt im Zusammenhang mit dem Fremdeigentum auf dem Grundstück“, so Schriner weiter.
Diese Optionen gibt es für die Fischerpinte
Ungeachtet dessen prüfe das Bezirksamt Mitte derzeit Optionen, um die Fischerpinte als öffentlichen Ort zu erhalten. Ziele seien die Verbesserung der ständigen öffentlichen Zugänglichkeit und eine Nutzung, die Erholung und Naturschutz gleichermaßen berücksichtige.
„Perspektivisch wird eine nicht-kommerzielle Nutzung angestrebt, die den Ort als Treffpunkt, Aufenthaltsort und Aussichtspunkt bewahrt und zugleich soziale sowie naturnahe Aspekte stärkt. Auch die Entwicklung eines Angebots im Bereich Umweltbildung wird als möglicher Baustein in Betracht gezogen.“
Pinte ohne Bootsverleih
Bei allen Überlegungen gilt laut Bezirksamt, dass eine angestrebte Nutzung mit den naturschutzrechtlichen Vorgaben der Landschaftsschutzgebietsverordnung und dem Grünanlagengesetz vereinbar sein muss. Einen rein erwerbswirtschaftlichen Betrieb, insbesondere einen kommerziellen Bootsverleih schließt Christopher Schriner hingegen aus. Immer wieder hatte es vom Amt den Vorwurf gegeben, die Leihboote wären auch dazu genutzt worden, das erodierte Ufer an geschützten Stellen anzufahren. Belegt ist das nicht.

„Die Fischerpinte war ein besonderer Ort im Wedding. Mein Dank gilt den Pächtern, die diese Atmosphäre über viele Jahre hinweg erhalten haben. Der Familie und den Angehörigen spreche ich mein Mitgefühl aus. Für die Zukunft kann ich mir vorstellen, dass an dem Ort ein entspannter Aufenthalt am Ufer möglich bleibt – vor allem müssen aber die Naturschutzbelange berücksichtigt werden. Wir arbeiten gerade intensiv daran, die verschiedenen Interessen in Einklang zu bringen“, so Schriner.


