Ein wichtiger Treffpunkt für junge Menschen im Bezirk bekommt eine Zukunft: Am Dienstag startete offiziell die bauliche Erneuerung des Jugendclubs „Die Klinke“. Punkt 12 Uhr wurde in der Bruno-Baum-Straße 56 der Grundstein gelegt – ein symbolischer Auftakt für ein Projekt, das den beliebten Club, der in der DDR als Wertstoffsammelstelle gebaut wurde, nicht nur modernisieren, sondern auch deutlich vergrößern soll.
Club in DDR Sero-Sammelstelle
Der Club entstand 1996 in einer ehemaligen DDR-Wertstoffannahmestelle. Längst hat er sich zu einem festen Bestandteil der Jugendkultur im Bezirk Marzahn entwickelt. Besonders junge Bands nutzen die Räume, aber auch ein breites Publikum schätzt den Ort. Die Sanierung gilt als überfällig – sie ist entscheidend für den Fortbestand des Angebots.
Das Land Berlin investiert rund fünf Millionen Euro aus dem Programm „Nachhaltige Erneuerung“. Nach zwei Jahren Bauzeit soll das neue Gebäude Platz für bis zu 200 Jugendliche bieten.
Der Altbau wird technisch komplett überholt: Elektrik, Heizung, Brandschutz und Akustik werden erneuert. Ein moderner Neubau ersetzt die alten Anbauten, die statisch an ihre Grenzen gestoßen waren.

Viel Platz für Musik in Marzahn
Im Erdgeschoss entstehen ein großer Veranstaltungssaal mit Bühne und Backstagebereich, ein Tonstudio, neue Proberäume sowie Lagerflächen. Eine flexibel nutzbare Bar und Küche ergänzen das Angebot. Das Obergeschoss wird künftig Seminarräume, ein Atelier und moderne Sanitäranlagen beherbergen. Auch Barrierefreiheit ist eingeplant: Ein Aufzug und breite Türen sollen allen Jugendlichen den Zugang ermöglichen.
Nachhaltigkeit spielt beim Umbau eine zentrale Rolle. Holzverkleidungen verbessern das Raumklima, ein begrüntes Dach sorgt für zusätzliche Kühlung und ökologische Aufwertung.
Junge Familien ziehen nach Marzahn
Staatssekretär Stephan Machulik betonte die Bedeutung des Projekts: „Das Fördergebiet Marzahn-Hellersdorf hat sich besonders für junge Familien zu einem attraktiven Wohngebiet entwickelt. Vor diesem Hintergrund steigt auch der Bedarf an entsprechender sozialer Infrastruktur für Jugendliche. Deshalb freut es mich besonders, dass die Senatsverwaltung Mittel in der Höhe von rund fünf Millionen Euro zur Verfügung stellen kann.“
Auch Bezirksstadtrat Gordon Lemm zeigte sich bewegt: „Ich kenne ‚Die Klinke‘ noch als Jugendlicher. Sie war immer ein besonderer Ort für musikinteressierte Kids und wird es nun auch zukünftig sein können.“

Bezirksstadträtin Heike Wessoly hob die städtebauliche Bedeutung hervor: „Durch die Sanierung wird ein wichtiger Fixpunkt der Jugendkultur in unserem Bezirk zukunftsfest gemacht.“
Seit 2002 flossen rund 180 Millionen Euro aus dem Programm „Nachhaltige Erneuerung“ nach Marzahn-Hellersdorf. Mit der Modernisierung der „Klinke“ wird nun ein weiterer Baustein für die soziale Infrastruktur des Bezirks gesetzt – und ein Ort gestärkt, der für viele Jugendliche weit mehr ist als nur ein Club.


