Freundin schildert schlimme Szenen

Toter Fabian aus Güstrow: Tränen der Angeklagten sorgen für Entsetzen

Im Mordprozess um Fabian aus Güstrow sorgen Tränen der Angeklagten für Fassungslosigkeit bei der Familie. Eine Freundin berichtet aus dem Gericht.

Author - Florian Thalmann
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Im Mordprozess um die Tötung des kleinen Fabian aus Güstrow ist Gina H. die Hauptverdächtige. Für sie gilt bis zum Urteil die Unschuldsvermutung.
Im Mordprozess um die Tötung des kleinen Fabian aus Güstrow ist Gina H. die Hauptverdächtige. Für sie gilt bis zum Urteil die Unschuldsvermutung.Bernd Wüstneck/dpa, Polizei

Der Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow – er schlägt noch immer hohe Wellen. Gerade gibt es eine Pause, das Verfahren gegen die Hauptverdächtige Gina H. läuft erst am kommenden Mittwoch weiter. Und doch wird über die bisherigen Aussagen und die Geschehnisse vor Gericht diskutiert. Raffaela J., eine enge Freundin von Fabians Mutter Dorina L., gibt in Videos im Netz Einblicke. In einem Clip berichtet sie davon, dass Gina H. vor Gericht Tränen vergoss – und warum diese auch Fabians Mama fassungslos machten.

Wer tötete den kleinen Fabian aus Güstrow?

Am 28. April 2026 startete der Prozess gegen Gina H. vor dem Landgericht Rostock – die Vorwürfe gegen die 30-Jährige aus Reimershagen wiegen schwer. Sie soll den kleinen Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 zu einem Tümpel bei Klein Upahl gelockt, ihn mit einem Messer erstochen und seine Leiche anschließend verbrannt haben. So lautet zumindest der Vorwurf der Ermittler.

Ob all das wirklich stimmt, soll beim Prozess herausgefunden werden. Für Gina H. gilt bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung – darauf weist auch das Gericht immer wieder hin.

Immer wieder geben nun Berichte aus dem Gerichtssaal Einblicke in das Verhalten der Tatverdächtigen – in einem Video berichtet nun auch Raffaela J., eine enge Freundin von Fabians Mutter Dorina L., dass manche Details sie und andere fassungslos machen.

Während der Aussage von Fabians Vater Matthias R. sollte er die Tatverdächtige beispielsweise beschreiben. Dabei erzählte er auch vom Tod eines ihrer Pferde. Plötzlich habe Gina H. ihr Gesicht in ihren Händen versteckt. „Da sind dann auch die Tränen gekommen, da hat sie im Gerichtssaal geweint“, sagt Raffaela J.

Gina H. vor Gericht. Ihr Gesicht verbirgt sie beim Prozess um Fabian hinter einer roten Mappe vor den Fotografen der Presse.
Gina H. vor Gericht. Ihr Gesicht verbirgt sie beim Prozess um Fabian hinter einer roten Mappe vor den Fotografen der Presse.Bernd Wüstneck/dpa

Das finde sie bemerkenswert – die Tatsache, dass über den Tod des Pferdes Tränen vergossen werden. Doch Gina H. habe sich selbst als Zieh-Mama von Fabian beschrieben, habe aber nicht über den Tod von Fabian weinen können, sondern habe kalt und emotionslos im Gerichtssaal gesessen. Das könne sie nicht verstehen. „Aber was weiß ich denn schon“, sagt Raffaela J.

Auch bei Fabians Mama Dorina L. habe das einen schlimmen Eindruck hinterlassen. Als sie und ihre Freundin Raffaela sich nach der Verhandlung trafen, habe sie Tränen in den Augen gehabt, als sie noch einmal von der Szene mit dem toten Pferd im Gerichtssaal berichtete.

Fabians Mama fassungslos über Tränen von Gina H.

„Sie sagte: Weißt du was? Ich kann das nicht verstehen. Als er über das Pferd erzählte, da hat sie Tränen in den Augen – und bei Fabi gar nicht? Keine Reaktion, keine Emotion? Da hatte Dorina Tränen in den Augen“, sagt Raffaela J. Es war nicht die einzige Situation, in der Gina H. vor Gericht recht emotionslos gegenüber Fabian gewirkt haben soll.

An einer Stelle ging es etwa um die Trauerfeier für Fabian. Die Anwältin von Dorina L. verlas eine Chatnachricht, die Gina H. an Matthias R. geschickt haben soll. Darin soll sie sich abfällig über die große Trauerfeier geäußert haben.

Knapp vier Wochen nach dem Tod des acht Jahre alten Fabian gab es eine Durchsuchung bei Gina H., dabei wurde sie festgenommen. Seit dem 7. November sitzt sie in Untersuchungshaft.
Knapp vier Wochen nach dem Tod des acht Jahre alten Fabian gab es eine Durchsuchung bei Gina H., dabei wurde sie festgenommen. Seit dem 7. November sitzt sie in Untersuchungshaft.Philip Dulian/dpa

Die Nachricht, die im Gerichtssaal verlesen wurde: „Ich verstehe nicht, weswegen so ein Gewese gemacht wird und es so einen großen Trauergottesdienst gibt.“ Täglich würden Kinder sterben und vermisst werden. Daraufhin sei ein so großes Raunen durch das Publikum gegangen, dass der Richter das Publikum ermahnen musste.

Mit allem scheint Matthias R., Fabians Vater, aber nicht einer Meinung mit Gina H. zu sein. Er habe den Trauergottesdienst wunderschön gefunden, sagte er laut Raffaela J. vor Gericht. Außerdem ging es um die Grabrede, die Gina H. für die Trauerfeier schrieb – im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie dafür ChatGPT genutzt habe.

Im Prozess um Fabian sind spannende Zeugen geladen

Der Prozess gegen Gina H. wird am 13. Mai fortgesetzt. An den kommenden Prozesstagen sollen zahlreiche Zeugen gehört werden – darunter eine Lehrerin des kleinen Fabian aus Güstrow und mehrere Freunde des Jungen, aber auch Zeugen, die am Tag von Fabians Verschwinden spannende Beobachtungen gemacht haben sollen.

Es geht dabei vor allem um die Frage, wo genau das Auto von Gina H. am Tag von Fabians Tod unterwegs war. Ob die Aussagen zur Wahrheitsfindung im Fall Fabian beitragen werden, wird sich zeigen.

Haben Sie den Fall Fabian verfolgt? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften.