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Fall Fabian aus Güstrow: Spannende Zeugen! Das passiert jetzt vor Gericht

Im Mordprozess um Fabian aus Güstrow geht es ab 13. Mai weiter. Lehrer, Freunde und weitere Zeugen sollen nun gehört werden.

Author - Florian Thalmann
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Im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow sollen jetzt auch Polizisten vernommen werden, die an der Suche nach dem Jungen oder an den Mordermittlungen beteiligt waren.
Im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow sollen jetzt auch Polizisten vernommen werden, die an der Suche nach dem Jungen oder an den Mordermittlungen beteiligt waren.Bernd Wüstneck/dpa, Polizei

Der Prozess im Mordfall Fabian aus Güstrow – er läuft! Nach der letzten Verhandlung am Dienstag gibt es für alle Beteiligten momentan eine Pause. Nach den Aussagen von Fabians Mutter Dorina L. und seinem Vater Matthias R. sicherlich bitter nötig. Erst am 13. Mai geht es weiter, dann wird es aber umso spannender: Wie das Gericht jetzt mitteilte, sollen bei der Fortsetzung des Prozesses um Fabian verschiedene Zeugen gehört werden. Sie tragen hoffentlich ein kleines Stück zur Lösung des brisanten Kriminalfalles bei.

Zeugen sollen im Fall Fabian bei der Aufklärung helfen

Am 13. Mai werden sich erneut alle Augen auf das Landgericht Rostock richten – hier wird dann der Mordprozess im Fall Fabian fortgesetzt. Im Fokus steht noch immer Gina H., die Ex-Freundin von Fabians Vater – die Ermittler gehen davon aus, dass sie den kleinen Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 auf einem Feld bei Klein Upahl tötete, seine Leiche im Anschluss am Rand eines Tümpels verbrannte.

Ob sie wirklich etwas mit der Tat zu tun hat, ist unklar. Nach den Aussagen von Fabians Mutter und seinem Vater sollen nun etliche Zeugen etwas zur Wahrheitsfindung beitragen.

Mehr als 60 sollen es insgesamt in dem Verfahren sein, hieß es noch vor Prozessbeginn. Es ist der Grund, warum für den Mordprozess im Fall Fabian insgesamt 17 Verhandlungstage angesetzt sind.

Aber: Wer sagt vor Gericht aus? Laut Planung des Landgerichtes sollen am 13. Mai unter anderem eine Lehrerin von Fabian, mehrere Freunde und die Mutter eines Freundes gehört werden. Die Kinder werden allerdings besonders geschützt: Ihre Vernehmung soll audiovisuell stattfinden und in den Gerichtssaal übertragen werden.

Gina H. vor Gericht. Die 30-Jährige ist die Hauptverdächtige im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow.
Gina H. vor Gericht. Die 30-Jährige ist die Hauptverdächtige im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow.Bernd Wüstneck/dpa

An den darauffolgenden Prozesstagen – die Verhandlung wird nach dem 13. Mai am 21. Mai und am 27. Mai fortgesetzt – sollen dann unter anderem Mitarbeiter des Jugendklubs sprechen, in dem Fabian regelmäßig zu Gast war. Befragt werden auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Polizei, die entweder an der Suche nach Fabian oder später an den Ermittlungen nach dem Tod des Jungen beteiligt waren. Besonders spannend dürften aber Zeugen werden, die etwas zum Fahrzeug von Gina H. zu sagen haben und es am Tag von Fabians Verschwinden eventuell sahen.

Fall Fabian: Zeuge will Auto von Gina H. gesehen haben

Schließlich geht es im Prozess auch darum, den Tag der Tat zu rekonstruieren. Die Staatsanwaltschaft hatte während der laufenden Ermittlungen bereits öffentlich nach Zeugen gesucht, die Beobachtungen zu dem orangefarbenen Pick-up gemacht haben, der Anfang November bei Durchsuchungen beschlagnahmt wurde.

Ein Zeuge meldete sich in der Folge – und erzählte seine Geschichte auch gegenüber der Presse. Der Mann sammelte mit Kollegen Steine auf einem Feld, als er das auffällige Auto bemerkte.

Gina H. mit Fußfesseln im Gerichtssaal. Der Prozess im Fall Fabian aus Güstrow begann vor zwei Wochen.
Gina H. mit Fußfesseln im Gerichtssaal. Der Prozess im Fall Fabian aus Güstrow begann vor zwei Wochen.Bernd Wüstneck/dpa

„Wir sind gegen halb eins in Upahl angekommen, habe meinen Arbeitskollegen das Mittagessen ausgeteilt“, sagte er im Nordkurier. „Dann habe ich gesehen, dass von Gina das Auto vom Wald in Richtung Upahl gefahren ist. Dann hat meine Kollegin bloß gesagt:‚ Wer war denn das?‘ Da habe ich gesagt: ‚Das war die Gina aus Reimershagen.‘“

Ermittler sicher: Fabian starb in der Mittagszeit

Die Mittagszeit würde passen: Die Ermittler im Fall Fabian gehen davon aus, dass Fabian am Tag seines Verschwindens zwischen 10.50 Uhr und 13 Uhr starb. Laut Staatsanwaltschaft fuhr die Angeklagte mit ihm zum besagten Tümpel. Zuvor schaltete sie um 11.22 Uhr ihr Handy aus.

Erst um 12.43 Uhr soll sie das Smartphone wieder aktiviert haben. Eine Stunde und 21 Minuten, in denen der acht Jahre alte Junge aus Güstrow vermutlich starb. Für Gina H. gilt bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Haben Sie den Fall Fabian verfolgt? Schicken Sie uns Ihre Meinung zum Thema per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!