Der brutale Mord an dem kleinen Fabian aus Güstrow – er schockt noch immer ganz Deutschland. Aktuell ist das schreckliche Verbrechen wieder im Gespräch, denn in Rostock läuft seit der vergangenen Woche der Prozess gegen die Hauptverdächtige Gina H., die den acht Jahre alten Jungen getötet haben soll. Vor allem die Schilderungen der Ermittler zu Fabians Tod sind entsetzlich. Sie zeigen auf besonders furchtbare Weise, dass Fabian keine Chance hatte – und sich nicht vor seinem Mörder oder seiner Mörderin retten konnte.
Mord an Fabian: Er wurde mit einem Messer erstochen
Allein die Vorstellung, was Fabian in den letzten Minuten seines Lebens erlebt haben muss, sind zu schrecklich – dass der Junge getötet wurde, steht fest, seit sein Leichnam untersucht wurde. Als Anklage gegen Gina H. erhoben wurde, machte die Staatsanwaltschaft öffentlich, dass der Achtjährige mit einem Messer erstochen wurde – mindestens sechs Stiche im Bereich des Oberkörpers sollen zu seinem Tod geführt haben. Abschließend soll der Täter oder die Täterin seine Leiche angezündet haben, um Spuren zu verwischen und die Ermittlungen zu erschweren.
Doch die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft im Fall Fabian macht nun auf besonders schockierende Weise deutlich, dass Fabian absolut keine Chance hatte. Die Behörden gehen davon aus, dass Gina H. mit dem Jungen in einen Wald in der Nähe des späteren Tatortes fuhr, wo sie ihr Smartphone deaktiviert haben soll. Anschließend soll sie mit Fabian über einen Feldweg in Richtung Klein Upahl gefahren sein. Nach dem Parken des Autos sei sie mit ihm zu dem Tümpel gelaufen, laut Ermittlern eine Schweinesuhle.

Dann wird es brutal: „Plötzlich und für Fabian L. unerwartet, zog die Angeklagte ein mitgeführtes Messer“, heißt es in der Anklage. Die Klinge sei zehn Zentimeter lang und mindestens 1,5 Zentimeter breit gewesen. Ohne Grund habe sie plötzlich auf Fabian eingestochen – und zwar „ohne, dass es dem Geschädigten möglich gewesen wäre, die Angriffe der Angeklagten abzuwehren“. Die Ermittler sind sicher: Sie habe mit dem Entschluss gehandelt, Fabian töten zu wollen.
Mord an Fabian: Zwei Stiche gingen direkt ins Herz
Fabian starb an seinen Verletzungen – laut Ermittlern zwischen 10.50 Uhr und 13 Uhr. „Er erlitt mindestens sechs intensive Stichverletzungen im Brustbereich, von denen zwei Stiche direkt in das Herz trafen“, schreiben die Ermittler weiter. Weiter heißt es in der Anklage, Gina H. sei nach Fabians Tod zu ihrem Auto zurückgekehrt, um sich mit einem Bekannten zu treffen. Etwas später kam sie dann laut Ermittlern zurück, um den Leichnam des Jungen anzuzünden. „Hierzu übergoss die Angeklagte die Kleidung des Leichnams mit einem im Auto mitgeführten flüssigen Grillanzünder und entzündete diesen.“

Motiv im Mordfall Fabian aus Güstrow ist bisher unklar
Das Motiv für die Tat ist bisher unklar – die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass Gina H. mit ihrem Vorgehen die Beziehung zu Fabians Vater retten wollte. Denn er soll ihr kurz vor der Tat mitgeteilt haben, dass er die Beziehung nicht fortsetzen wollte, um den Kontakt zu seinem Sohn nicht zu gefährden.
Gina H. habe, so die Staatsanwaltschaft, Fabians Leben „vernichtet“ – und zwar „für die vage Hoffnung auf Wiederaufnahme einer für sie auch monetär vorteilhaften Beziehung“. Für die 30-Jährige gilt bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung.


