Lebensgefahr

US‑Behörde schlägt Alarm: Todesdroge Fentanyl bedroht Fans bei Fußball-WM

WM‑Fans werden vor Fentanyl gewarnt. Die Killer‑Droge steckt in vielen Straßenpillen – schon zwei Milligramm können tödlich sein. DEA rät zu Naloxon.

Author - Stefan Henseke
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Die Innenstadt von San Francisco ist voll mit Obdachlosen, die fentanylsüchtig sind.
Die Innenstadt von San Francisco ist voll mit Obdachlosen, die fentanylsüchtig sind.Tayfun Coskun/imago

Schockwarnung für Fußballfans aus den USA! Während sich Millionen  sich auf das WM-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko freuen, schlägt jetzt eine US-Behörde Alarm. Die amerikanische Drogenbekämpfungsbehörde DEA warnt auch deutsche WM-Fans: Wer bei der WM Drogen nimmt, spielt mit seinem Leben.

Es ist überall drin: Fentanyl bedroht WM‑Fans

Der Grund: Fentanyl. Die Killer-Droge, die in den USA schon Hunderttausende in den Tod gerissen hat. Billig, stark – und oft unbemerkt in anderen Substanzen beigemischt. „Fast alle Drogen, die wir heute beschlagnahmen, enthalten Fentanyl“, sagte DEA-Vertreter Frank Tarentino der Nachrichtenagentur AFP bei einem Besuch eines DEA-Labors in New York.

Die Warnung richtet sich an alle, die während der WM feiern wollen – und vielleicht mehr als nur Bier im Kopf haben. „Wir wollen sicherstellen, dass die Fans wissen, wie tödlich die Drogen sind, die auf der Straße und online verkauft werden“, sagt Tarentino. Hinweise, dass Dealer gezielt WM-Besucher ansprechen? Bisher nicht. Aber das Risiko bleibt brutal hoch.

Tödliche Droge überall – warum ein Salzkorn schon reicht

Zwei Milligramm reichen. So viel Fentanyl steckt laut DEA in fast einem Drittel der getesteten Pillen. Zwei Milligramm – die Größe eines Salzkorns. Genug, um die Atmung zu stoppen. Genug, um ins Koma zu fallen. Genug, um zu sterben.

Die USA kämpfen seit mehr als 20 Jahren gegen die Fentanyl-Welle. Die Zahl der Drogentoten war in den USA seit den späten 2010er-Jahren stark gestiegen, 2022 starben in den USA 108.000 Menschen an Drogen – 73.000 davon an synthetischen Opioiden wue Fentanyl. 2024 sank die Zahl, aber immer noch starben 48.000 Menschen an Fentanyl & Co. Eine ganze Kleinstadt – ausgelöscht durch eine Droge.

Deniz Undav, Leon Goretzka und Leroy Sane jubeln im März über das 2:1 gegen Ghana. Die WM-Vorrundenspiele der DFB-Elf finden in Houston (14. Juni, Curacao), Toronto (20. Juni, Elfenbeinküste) und East Rutherford (25. Juni, Ecuador) statt.
Deniz Undav, Leon Goretzka und Leroy Sane jubeln im März über das 2:1 gegen Ghana. Die WM-Vorrundenspiele der DFB-Elf finden in Houston (14. Juni, Curacao), Toronto (20. Juni, Elfenbeinküste) und East Rutherford (25. Juni, Ecuador) statt.Frank Hoermann/Sven Simon/imago

Die Krise begann in den USA mit der 90er mit Schmerzmitteln wie Oxycontin.  Aggressiv beworben, angeblich kaum abhängig machend. Ein Irrtum, der Millionen in die Sucht trieb. Heute kommt das Fentanyl meist aus Mexiko, hergestellt mit Chemikalien aus China. Billig produziert, massenhaft geschmuggelt, überall im Land.

DEA rät Fans zu Naloxon – und warnt vor falscher Sicherheit

Tarentino rät WM-Fans, Naloxon mitzunehmen – ein Nasenspray, das Überdosen stoppen kann. In den USA gibt es das rezeptfrei. „Jeder kann damit Leben retten“, sagt er. Fentanyl-Teststreifen hält er dagegen für unzuverlässig. „Sie geben ein falsches Sicherheitsgefühl.“

Die Droge wirkt extrem schnell. Wird sie gespritzt, setzt die Wirkung nach fünf bis 120 Sekunden ein. Und sie hält lange an. Wer regelmäßig konsumiert, braucht immer höhere Dosen. Ein Teufelskreis, der in den USA längst Alltag ist.

Und jetzt kommt die WM. Ein Turnier, das Millionen Fans anzieht. Ein Fest, das sich über drei Länder erstreckt. Ein Sommer, der eigentlich nur Fußball bringen soll – aber auch zur tödlichen Falle werden könnte.

Die WM-Vorrundenspiele der DFB-Elf finden in Houston (14. Juni, Curacao), Toronto (20. Juni, Elfenbeinküste) und East Rutherford (25. Juni, Ecuador) statt.

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