Deutschland atmet auf: Am Samstag hat Wal Timmy nach dem tagelangen Transport auf einer Barge in der Nordsee das Weite gesucht – der Meeressäuger wurde in die Freiheit entlassen, schwimmt nun durch das offene Meer und findet hoffentlich seinen Weg in den Atlantik. Eine geglückte Rettungsaktion? Ein dänischer Wal-Experte ist sicher, dass alles umsonst war. Peter T. Madsen rechnet ab: Die Aktion war Geldverschwendung, denn Timmy wird auf jeden Fall sterben!
Wal Timmy schwamm am Samstag in die Freiheit
Alle Augen waren in den vergangenen Wochen auf die Insel Poel an der Ostsee gerichtet – hier war Wal Timmy zuletzt gestrandet. Am vergangenen Dienstag begann die Rettungsaktion für den Wal: Nachdem man ihn auf eine Barge manövriert hatte, schleppte ein Kahn diese in Richtung Nordsee.
Am Samstag der Durchbruch: Timmy ist laut Rettungsteam nicht mehr auf der Barge, sondern schwimmt jetzt im Meer. Mit einem Tracker soll sein weiterer Weg verfolgt werden, das technische Hilfsmittel wollte aber zunächst nicht anspringen.
Alles sieht nach einer geglückten Rettung aus. Doch ein Experte geht dazwischen: In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ packte Walforscher Peter T. Madsen schon vor ein paar Tagen aus – und bewertete die Rettungsaktion als Tierquälerei und Geldverschwendung. Das Problem: Der Fachmann glaubt, dass Timmy viel zu krank ist, um zu überleben. Er ist sicher: Die vermeintliche Rettung hat den Tod des Wals nur verzögert.

Die ganze Aktion ist für Madsen Tierquälerei. „Weil es ein krankes, sterbendes Tier ist, das man in Ruhe lassen sollte“, sagte er dem Blatt. Timmy werde so oder so sterben, da ist sich der Wal-Experte sicher. „Wenn sie ihn freilassen, strandet er irgendwo anders und stirbt schließlich. Die Aktion ist auch eine Verschwendung von Geld, wenn man bedenkt, wie viele Ressourcen dafür aufgewendet wurden.“
Experte: Wal Timmy ist sicher nicht gesund
Schon das Ziehen an einem Wal mit Gurten sei eine sehr schlechte Idee, kritisiert Madsen. Der Grund: Die Wirbelsäule bei Walen ist nicht darauf ausgelegt, dass daran gezogen wird. „Wale haben keine Wirbel, die für Zugbelastungen gebaut sind, weil sie im Wasser niemals gezogen werden. Man kann also ihren Rücken beschädigen, indem man an ihnen zieht.“ Bei einem jungen und gesunden Tier könne man so einen Versuch wagen, wenn es gestrandet ist. Nicht aber bei Timmy, glaubt Madsen. „Der Buckelwal hier ist sicher nicht gesund.“

Im offenen Meer werde Timmy den Tod finden. „Denn er ist krank. Und um zu überleben, muss er fressen, Nahrung finden. Dieser Wal schwimmt sehr langsam und ist erschöpft.“ Er werde bald wieder stranden, glaubt Madsen. Der Experte übt auch heftige Kritik an den Kosten der Rettungsaktion.
Wal Timmy: Man hätte eine ganze Art retten können
Denn: „Für all dieses Geld hätte man in Deutschland vermutlich eine gesamte andere Art retten können, etwa eine Vogel- oder eine Mäuseart.“ Wie die Geschichte von Timmy weitergeht: Viele Fans des Wals in ganz Deutschland werden es mit Spannung weiter verfolgen.


