Der Krimi um den gestrandeten Wal Timmy geht weiter! Noch immer ist das Schiff, das den riesigen Meeressäuger in einer Barge in Richtung Nordsee zieht, unterwegs. Doch schon am Nachmittag des 1. Mai könnte Timmy endlich in die Freiheit schwimmen! Denn das Schiff ist auf direktem Kurs in Richtung Atlantik unterwegs. Wenn alles gut geht und das Wetter mitspielt, kann der Wal also freigelassen werden. In Sicherheit ist er dann allerdings noch lange nicht …
Wal Timmy könnte heute freigelassen werden
Am 1. Mai musste das Schiff kurz vor der Nordsee noch einmal abdrehen, weil schwierige Wetterbedingungen der Aktion einen Strich durch die Rechnung machten. Das sagte der Kapitän des Begleitschiffs „Robin Hood“ dem NDR. Denn es gab reichlich Wellengang – und das erhöhe das Risiko, dass Wal Timmy in der Barge verletzt wird. Doch nach einer stundenlangen Pause machte sich das Schiff wieder auf den Weg, hielt am Nachmittag laut Berichten den Kurs in Richtung Norden.
Wie BILD berichtet, stand Timmy am Nachmittag sogar schon einmal kurz vor der Freilassung. Er sei in seiner schwimmenden Unterkunft plötzlich sehr lebhaft gewesen. Also wurden Vorbereitungen getroffen – doch dann beruhigte sich der Meeressäuger wieder. Deshalb wurde die Fahrt fortgesetzt. Allerdings sei bereits das Netz hinten an der Barge entfernt worden – und an Timmy wurde ein Tracker angebracht, damit sein Kurs auch nach einer Freilassung verfolgt werden kann.

Es gibt nur ein Problem: In Dänemark könnte das Leben von Timmy nach aller Mühe wieder auf der Kippe stehen. Denn das dänische Umweltministerium äußerte sich sehr klar zur deutschen Rettungsaktion. Gestrandete Meeressäugetiere rette man hier grundsätzlich nicht, hieß es aus dem Ministerium. Strandungen seien „ein natürlich vorkommendes Phänomen“. Man solle Wale nicht durch menschliches Eingreifen retten oder stören, hieß es weiter.
Dänemark will gestrandeten Wal nicht retten
Sollte Timmy also in Dänemark nach seiner Freilassung ein weiteres Mal stranden, wäre das sein Todesurteil – denn von den Behörden im Land kann das Tier keine Hilfe erwarten. Es wäre nach allen Bemühungen in Deutschland ein herber Schlag für alle Tierschützer.
Aktuell gibt es außerdem Debatten, ob der Transport von Timmy in den Atlantik überhaupt zulässig ist. Experten sehen Verstöße gegen die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU, die absichtliche Störungen von geschwächten Tieren verbietet.

Auch ein Walforscher aus Dänemark kritisiert die ganze Aktion scharf. „Wenn es sich um ein junges, gesundes Tier handelt, das gestrandet ist und sich nicht befreien kann, kann das einen Versuch wert sein“, sagt Peter T. Madsen. „Aber der Buckelwal hier ist sicher nicht gesund. Auf den Bildern, die ich gesehen habe, sieht es sehr dünn und krank aus.“
Er halte die Rettungsaktion „eine Verschwendung von Geld, wenn man bedenkt, wie viele Ressourcen dafür aufgewendet wurden“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Wal Timmy lag vier Wochen vor der Insel Poel
Der rund zwölf Meter lange Buckelwal hatte vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen.


