Die Not und das Elend nehmen zu. Immer mehr Obdachlose sieht man auf den Straßen, die vor Supermärkten, unter Brücken oder in Parks campieren. Egal ob in Berlin, Hannover oder Köln. Für Entsetzen sorgt jetzt eine Beregnungsanlage, mit der vor einem Netto-Supermarkt wohnungslose Menschen vertrieben werden sollen.
Bettler vor Supermärkten – ein Bild des Alltags
Vor vielen deutschen Supermärkten sitzen inzwischen Bettler, die Kunden um eine Spende bitten. Manch einer gibt etwas, viele schauen weg oder sind genervt. Der Vermieter eines Netto-Marktes in Hannover geht nun rabiat gegen diese Menschen vor.
Vor einem Netto in Hannovers Nordstadt, am Engelbosteler Damm, sorgt eine simple Schlauchkonstruktion für Empörung. Unter dem Vordach verlaufen schwarze Leitungen, aus denen Wasser spritzt – immer dann, wenn Obdachlose dort Schutz suchen.
Ein Sozialarbeiter berichtet dem NDR, er habe gesehen, wie Menschen in ihren Schlafsäcken plötzlich nass wurden. Für ihn ist klar: Das ist eine Vertreibungsmaßnahme.
Netto weist Verantwortung zurück – Vermieter schweigt
Der Netto-Supermarkt weist die Verantwortung von sich. Die Filialleitung teilte dem NDR mit, die Anlage gehöre dem Hausbesitzer. Doch der ist nicht erreichbar, schweigt zu den Vorwürfen. Die Stadt Hannover prüft den Fall, hält sich aber bedeckt. Unklar ist, ob der Bereich unter dem Vordach öffentlich oder privat ist – und ob die Stadt überhaupt eingreifen kann.


