Vermieter schweigt

Wasser gegen Obdachlose: Empörung über brutale Aktion vor Netto-Supermarkt

Vor einem Netto-Markt wurden Obdachlose mit Wasser vertrieben. Eine Beregnungsanlage sorgt für Empörung – die Stadt Hannover prüft den Fall.

Author - Stefan Henseke
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Vor einem Supermarkt haben Obdachlose ein Lager aufgeschlagen. Der Vermieter eines Netto-Supermarkts in Hannover geht jetzt rabiat gegen diese Menschen vor (Symbolbild).
Vor einem Supermarkt haben Obdachlose ein Lager aufgeschlagen. Der Vermieter eines Netto-Supermarkts in Hannover geht jetzt rabiat gegen diese Menschen vor (Symbolbild).Müller-Stauffenberg/imago

Die Not und das Elend nehmen zu. Immer mehr Obdachlose sieht man auf den Straßen, die vor Supermärkten, unter Brücken oder in Parks campieren. Egal ob in Berlin, Hannover oder Köln. Für Entsetzen sorgt jetzt eine Beregnungsanlage, mit der vor einem Netto-Supermarkt wohnungslose Menschen vertrieben werden sollen.

Bettler vor Supermärkten – ein Bild des Alltags

Vor vielen deutschen Supermärkten sitzen inzwischen Bettler, die Kunden um eine Spende bitten. Manch einer gibt etwas, viele schauen weg oder sind genervt. Der Vermieter eines Netto-Marktes in Hannover geht nun rabiat gegen diese Menschen vor.

Vor einem Netto in Hannovers Nordstadt, am Engelbosteler Damm, sorgt eine simple Schlauchkonstruktion für Empörung. Unter dem Vordach verlaufen schwarze Leitungen, aus denen Wasser spritzt – immer dann, wenn Obdachlose dort Schutz suchen.

Ein Sozialarbeiter berichtet dem NDR, er habe gesehen, wie Menschen in ihren Schlafsäcken plötzlich nass wurden. Für ihn ist klar: Das ist eine Vertreibungsmaßnahme.

Netto weist Verantwortung zurück – Vermieter schweigt

Der Netto-Supermarkt weist die Verantwortung von sich. Die Filialleitung teilte dem NDR mit, die Anlage gehöre dem Hausbesitzer. Doch der ist nicht erreichbar, schweigt zu den Vorwürfen. Die Stadt Hannover prüft den Fall, hält sich aber bedeckt. Unklar ist, ob der Bereich unter dem Vordach öffentlich oder privat ist – und ob die Stadt überhaupt eingreifen kann.

Wasserstrahlen gegen Obdachlose – Empörung in Hannover

Viele Passanten, mit denen der NDR gesprochen hat, sind erschüttert, sprechen von Unmenschlichkeit. Andere wiederum klagen über eine zunehmend schwierige Situation in der Gegend: mehr Schmutz, blockierte Bushaltestellen, wachsende Spannungen.

4000 Menschen gelten in Hannover als wohnungslos, 400 von ihnen leben direkt auf der Straße. In Berlin sollen es inzwischen 6000 und mehr sein. Deutschlandweit spricht der Paritätische Gesamtverband von 530.000 Wohnungslosen, von denen mehr als 47.000 direkt auf der Straße leben.

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